Beauty Lightomatic

Und wiedereinmal geht es um einen wahren Exoten, oder wer hätte jetzt sofort sagen können, was die Beauty Lightomatic ist? Die Historie der Beauty Camera Co. aus Japan ist relativ kurz und endet in den 1960er Jahren ziemlich nebulös. Irgendwie war die Firma plötzlich einfach weg. Zurückgeblieben sind ein paar kuriose Kameras. Eine davon, schauen wir uns hier einmal an.

Lightomatic

Der Name ist Programm: Die richtige Belichtung ermittelt der Beauty Fotograf fast automatisch. Bedenkt man das Erscheinungsjahr 1959, dann wirkt die Featureliste schon sehr futuristisch. Bei der Beauty Lightomatic wird die eingestellte Verschlusszeit, ISO und Blende über Scheifkontakte und variable Widerstände an das Galvanometer übermittelt, das von einer Selenzelle betrieben wird. Man wählt also ISO vor und dreht dann Verschluss und Blende so, dass die Nadel in der Mitte des Fensters stehen bleibt. Verschlusszeit in Blende sind aneinander gekoppelt und durchlaufen automatisch die richtigen Zeit/Blenden Kombinationen. Das funktioniert sogar heute noch erschreckend gut.

Sogar mit Piktogrammen als Bedienungsanleitung.

Sperre

Die Beauty Lightomatic hat sogar eine Auslösesperre. Nur wenn der Transporthebel etwas vom Gehäuse weggezogen wird, ist der Auslöser freigegeben. Ein versehentliches Auslösen in einer engen Tasche ist damit nicht möglich.

Verschluss

Hier gibt es nicht Außergewöhnliches zu berichten. Die Verschlusszeiten reichen von 1/1 bis 1/500 und B, sowie die Blende von 1,9 bis 16. Das ist zeitgenössische Technik. Die Verarbeitung ist tadellos, wenngleich man dem Verschluss im Inneren ansieht, dass so einiges “drumherum” konstruiert werden musste, um den normalen Verschluss mit der futuristischen Technik zu verbinden.

Lightomatic Objektiv
Könnte durchaus auch von einer Kamera aus den 1970er Jahren stammen. Die Objektiveinheit der Beauty Lightomatic.

Handling

Die Kamera liegt gut in der Hand. Sie hat sehr ähnliche Abmessungen, wie die Leica M3. Die Einstellringe sind etwas fummelig zu bedienen. Ansonsten ist die Beauty Lightomatic eine sehr moderne Kamera und lässt sich wie eine eben solche auch verwenden.

Meßsucher

Sie hat einen… das ist zumindest das Gute an der Sache. Der Sucher ist relativ klein, hat eine kurze Basislänge und gewinnt in der Erkennbarkeit keinen der ersten 10 Plätze. Dennoch lassen sich gute Bilder mit der Kamera machen und das Fokussieren ist problemfrei.

Objektiv betrachtet

Die Linse ist guter Durchschnitt. Hinreichend scharf in der Mitte und mittelprächtig an den Rändern. Wer Vignetten mag, der ist offenblendig mit der Beauty Lightomatic gut bedient. Der Unschärfeverlauf ist harmonisch und das Bokeh recht brauchbar. Bildergebnisse auf dem Niveau einer Summicron, oder einer Konica IIIa darf man hier nicht erwarten.

Lightomatic
Die Rückseite

Die Fakten

  • Verschlusszeiten 1/1 bis 1/500 und B
  • Blende 1,9 bis 16, ganze Teilung
  • ASA 25 bis 800
  • Belichtungsmesser integriert und gekoppelt
  • 45mm Brennweite, 1:1.9
  • Zubehörschuh
  • PC Sync Port für Elektronenblitze und Blitzlampen
  • Bildzählwerk für 36 Aufnahmen, selbstrückstellend
  • Stativgewinde

Braucht man sowas?

Eher nicht, wenn es um das Erlebnis der analogen Meßsucherfotografie geht, aber für eine Sammlung ist die Beauty Lightomatic eine kuriose Ergänzung.

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