ID.4 und nur noch elektrisch

Wir haben mit dem ID.4 besonders jetzt im Urlaub sehr positive Erfahrungen gemacht. Trotz voller Beladung und 3 Bikes auf dem Fahrradträger sind wir sehr effizient unterwegs gewesen. Unsere Erfahrungen mit dem ID.4 habe ich hier einmal zusammengefasst (Stand: 10/2021)
Das Foto oben zeigt den ID.4 an der Ionity Anlage am Eurorastplatz Hohenwarsleben bei Magdeburg an der A2 – Ein kleines Mekka der E-Auto Szene.
Hinweis wegen der zahlreichen Nachfragen: Wer Fragen hat, ist herzlich eingeladen diesen Beitrag zu kommentieren, oder mir eine Nachricht zu senden.

Familienurlaub geht endlich elektrisch!

E-Autos funktionieren auf Kurzstrecke und im Alltag extrem gut, aber wenn man an den großen Familienurlaub denkt, dann stellen sich viele von Euch ganz sicher die Frage, wie das funktionieren soll. Und ja: Die Frage habe ich mir auch gestellt. Bevor wir den ID.4 gekauft haben, war uns klar, dass der Nächste ganz sicher kein Verbrenner mehr werden wird, doch wollen wir ja nicht nur zum Einkaufen oder zur Arbeit mit dem E-Auto fahren. Wir brauchen ein Auto, in dem unsere 4-köpfige Familie mit bis zu 4 Mountainbikes und Gepäck platz findet und in der Lage ist, uns im Urlaub bis in die Alpen zu bringen.

Die Kriterien

Der Volkswagen ID.4 war im Grunde der Einzige, der alle Kriterien auf meiner Liste erfüllen konnte:

  • Platz für 4 Erwachsene inkl. Gepäck
  • Anhängerkupplung für unseren Fahrradträger
  • optionaler Dachgepäckträger
  • mindestens 300 Km Reichweite auf der Autobahn unter realen Bedingungen
  • moderne Fahrassistenz für entspanntes Reisen
  • gute Ladekurve, damit das Auto innerhalb einer typischen Pause alle 300 Km wieder geladen ist
  • bezahlbarer Preis
  • verfügbar und lieferbar

Geschwindigkeit und Beschleunigung, die bei so manchem E-Auto heutzutage die Quartettspieler begeistern, sind für mich komplett irrelevant. Wichtiger ist mir persönlich eher das Servicenetz und der gute Draht zu einem Händler vor Ort.

Jenseits von YouTube

Was ich jetzt mit den Erfahrungen von 8000 Kilometern mit dem ID.4 sagen kann ist: Vergesst die typischen YouTuber. Wer mit einem Auto eine kurze Probefahrt macht und meint er könne ein seriöses Feedback abgeben, der ist genauso glaubwürdig wie Kermit der Frosch auf einem Chirurgenkongress. Fakt ist: Die Software im ID.4 funktioniert einwandfrei und die Spracheingabe arbeitet ohne Probleme. Der Verbrauch liegt eher unter der Werksangabe, was man aber erst als Besitzer des ID.4 merkt. Zu Beginn einer Langstreckenfahrt, liegt der angezeigte Durchschnittsverbrauch ca. 5 kWh höher, als am Ende der Reise. Diese Erfahrung kann man aber erst machen, wenn man mal Strecken fährt, wo man mehr als 1x zwischendurch laden muss.

Der Urlaubstrip – Hinweg

Wir waren dieses Jahr – wie schon öfter – im Salzburger Land zum Mountainbiken. Genauer gesagt: Wir waren in Saalbach-Hinterglemm. Von Verden aus sind das 910 Km, wenn man die Strecke über die A9 nimmt. Das ist zwar ein kleiner Umweg, aber die Route über A2, A14, A9 und A8 ist entspannter zu fahren, als die Route über die A7.

Beladen war der ID.4 mit 4 Personen inkl. Gepäck, sowie 3 Mountainbikes auf dem Thule 4-fach Biketräger für die Anhängerkupplung. Wir reden hier also von ca. 2,6 Tonnen bewegte Masse, angetrieben vom 150 KW Elektromotor des ID.4, dessen Strom aus einer 82 kWh Batterie kommt. 77 kWh stehen für das Fahren bereit und damit haben wir uns dann auf den Weg gemacht.

Die erste Etappe auf dem Hinweg führte uns in einem Rutsch 325 Km weit bis nach Nempitz. Dort befindet sich ein Ionity Ladepark auf einem Autohof, den wir mit 67 Km Restreichweite erreicht haben. Zieltempo war 120 Km/h, wobei das natürlich nicht immer geklappt hat. Die Verkehrsdichte zu Urlaubszeiten ist nunmal wie sie ist und da hilft Dir auch kein Verbrenner mehr.

Wir sind Menschen und so war der ID.4 nach unserer Biopause mit Frühstück schon über 90% geladen. Mit dieser Energie in der Batterie haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Bei Himmelkron hatte die Biologie wieder zugeschlagen, also haben wir dort wieder bei Ionity gestoppt und nachgeladen. Da der ID.4 wirklich verblüffend schnell laden kann, war der bei 96%, als wir mit der Pause fertig waren.

Der Verkehr wurde nun immer zäher mit viel Stop & Go. Hier schlägt die Stunde des E-Autos, denn während der Verbrenner im Stau richtig Sprit vernichtet, geht der Energiebedarf des ID.4 in den Keller. So war der letzte Ladestop bei Holzkirchen Süd (hinter München) nur noch taktischer Natur. Wir haben dort auf 92% geladen und sind mit 68% Restenergie nach 910 Km beim Hotel angekommen.

Der Verbrauch lag bei sensationellen 18,2 kWh/100 Km. Wir waren super entspannt.

Der Urlaubstrip – Rückweg

Durch den Destination-Charger am Hotel, konnten wir kostenfrei und mit 100% wieder die Rückreise antreten. Der Verkehr war zäh und der Verbrauch niedrig. Dennoch haben wir einen strategischen Ladestop bereits in Holzkirchen Nord eingelegt… Meine Güte ist dieser Rastplatz ekelhaft. Lange Staus vor den Zapfsäulen und Dreck überall. Bei dem Anblick war ich wirklich froh, nicht mehr Verbrenner fahren zu müssen. An so einer überfüllten Tankstelle dauert das Auftanken und Rasten jenseits von einer Stunde. Da ist das Aufladen während des Rastens deutlich schneller.

Dank der Verkehrsdichte und dem daraus resultierenden niedrigen Verbrauch, konnten wir ganz entspannt bis nach Himmelkron fahren und dort mit satten 33% Restakku ankommen. Während wir vor Ort ein Schnitzelchen genossen haben, lud der ID.4 bis 100% wieder auf. Das Auto ist einfach schneller als wir.

Von Himmelkron aus ging es dann in einem Rutsch bis nach Hohenwarsleben bei Magdeburg. Die 290 Km Etappe – die wir dank der nun recht leeren Autobahn – mit konstanten 120 Km/h gefahren sind, haben wir am Ionity Lader mit 24% Restakku und 100 Km Restreichweite abgeschlossen. Da es von Hohenwarsleben aus nur noch 198 Km bis nach Hause sind, haben wir uns nur noch auf einen Burger bei Burgerking beschränkt und sind mit 84% auf die Zieletappe gestartet. Hätte ich das Tempo reduziert, hätte es auch ohne Stop bis nach Hause reichen können, aber das ist dann doch nichts für mich.

Nach 914 Km bei einem Durchschnitt von 81 Km/h inkl. Pausen waren wir nach 11:23 Stunden wieder zu Hause.

ID.4 Stats
Daten des Tripcomputer – Phänomenale Werte für ein 2,2 Tonnen schweres SUV. 17,8 kWh/100Km entsprechen in alter Währung ca. 1,75 Liter Kraftstoff auf 100 Km. Das wäre für jeden Verbrenner die reine Utopie.

Tabelle Ladehübe

Die folgenden Werte beziehen sich auf Autobahnfahrten mit einem Durchschnittsverbrauch von 18 kWh/100Km, so wir wir es in der Praxis im Urlaub erlebt haben. Für den Familienurlaub mit dem ID.4 findet Ihr hier also ein paar Daten, mit denen Ihr rechnen könnt.

Restreichweitegeladene kWhDauer in MinutenReichweite für die nächste EtappeSoC % bei Ladeende
67 Km5035270 Km84%
75 Km6045330 Km96%
104 Km4224230 Km79%
Ausgewählte, in der Praxis dokumentierte Ladehübe. Die Etappenreichweite beinhaltet nicht die Restreichweite, die beim Erreichen der nächsten Ladepause noch vorhanden ist. D.h. 50 bis 100 Km kommen zur jeweiligen Reichweite noch dazu. Die Daten stammen aus dem Ladeprotokoll der ID App.

Legende der Spalten:

  • Restreichweite: Die Reichweite, die angezeigt wurde, als wir am Ladepunkt angekommen sind.
  • geladene kWh: Die Energie in kWh, die wir an der Ladesäule geladen haben.
  • Dauer in Minuten: Die Zeit, die das Laden gedauert hat.
  • Reichweite für die nächste Etappe: Die Reichweite, die sich ergibt, wenn man die geladenen kWh auf den Durchschnittsverbrauch umrechnet.
  • SoC % Bei Ladeende: Der State Of Charge (also der Ladezustand in %) beim Beenden der Ladung.

Langsamer als der Verbrenner?

Absolut nicht. Wir fahren diese Strecke schon seit Jahren mit den Bikes und wir haben auch mit dem Verbrenner ausreichend Pausen gemacht, sodass die Reisezeit schon immer bei 12 Stunden gelegen hat. Also exakt die gleiche Zeit, wie heute mit dem ID.4. Im Urlaub ist der ID.4 unserem alten Diesel also in der Reisezeit ebenbürtig. Im Komfort ist der ID.4 aber deutlich überlegen! Was es auf einer langen Strecke zu beachten gilt, das findet Ihr hier: Das E-Auto Langstrecken und Lade Einmaleins.

Reisen 2.0

Es macht einen brutalen Unterschied, ob Du in einem veralteten Diesel, oder einem E-Auto verreist. Der ID.4 ist leise, vibriert nicht und sein Unterboden heizt sich durch Motor und Auspuff nicht auf. Seine Assistenzsysteme lassen ihn fast von alleine fahren. Das ist Entspannung pur, wozu auch die extrem guten Sitze beitragen. Nach so einem Trip ist einem eines vollkommen klar: Nie wieder Verbrenner – E-Mobilität funktioniert für uns alle! Ein Verbrenner wirkt plötzlich so dermaßen antiquiert, dass sich das kaum in Worte fassen lässt. Man muß das erlebt haben! Man könnte auch sagen: Autofahren macht wieder Spaß.

E-Mobilität ist angekommen

Die extrem positive Erfahrung mit dem ID.4 hat mir eines gezeigt: Die E-Mobilität ist massentauglich geworden. Es gibt keine echte Ausrede mehr, warum man – auch als Familie – mit einem Verbrenner liebäugeln sollte. Ja, es mag Szenarien geben, wo das E-Auto immer noch nicht optimal ist, wenn wir an Reisen nach Osteuropa denken, wo das Ladenetz nicht gut ausgebaut ist. Das Bild auf der Strasse ändert sich: Wir haben viele E-Autos aller möglichen Marken gesehen, wenngleich die ID von VW und die Teslas scheinbar den Markt bestimmen. Aber trotzdem: E-Mobilität ist keine Modeerscheinung mehr und mich hat es sehr gefreut, so viele Familien an den Ladesäulen zu treffen, die mit ihren E-Autos genau das machen, von dem immer noch viele Verbrennerfans meinen, dass das nicht geht: Familienurlaub. Sogar einen Dänen mit Anhänger hinter seinem ID.4 haben wir in Bayern auf dem Weg nach Süden gesehen. Es geht einfach alles mit dem E-Auto.

Und im Alltag?

Das wäre die erste Variante des Artkiels gewesen, bevor wir die Langstreckenerfahrung mit dem ID.4 gemacht haben. Im Alltag auf meiner Pendelstrecke liegt der ID.4 im Sommer unter 12 kWh/100 Km. Es sind also Alltagsreichweiten im Stadt- und Landverkehr von über 700 Km möglich. Damit wird E-Mobilität auch endlich für Stadtbewohner ohne eigene Wallbox zur Option, denn dann lässt sich das E-Auto genauso tanken und nutzen wie ein Verbrenner.

Reichweite

Die Reichweite ist natürlich sehr individuell, aber eines hat der ID.4 bisher eindrucksvoll bewiesen: 300 Km auf der Autobahn klappen immer und in meinem Alltag komme ich im Mix aus Stadt und Land auf solide 650 Km Reichweite im Sommer und 400 Km im Winter. Bei Kälte ist der Verbrauch natürlich höher, da der ID.4 die Heizungen für die Batterie und den Innenraum aktivieren muß. 3-4 kWh sind daher bei einstelligen Temperaturen mehr zu berücksichtigen. Auf den ersten ca. 15 Km bei Frost ist der Verbrauch noch überproportional hoch, flacht aber so ab, dass er auf einer Strecke von 20 Km auf normale Werte fällt. Dennoch: Aktuell – mit 8000 Km auf dem Kilometerzähler – liegt mein Langzeitverbrauch bei 16,2 kW/h auf 100 Km. Das Teilt sich auf in ca. 40% Autobahn und 60% Stadt und Land.

Die Bedienung

Der ID.4 macht schluß mit Knöpfen und Tasten. So wie vom Smartphone und Tablet inzwischen gewohnt, wird beim ID.4 nahezu alles durch Berühren oder Wischgesten gesteuert. Ich persönlich komme damit viel besser zurecht, als mit den unzähligen Knöpfen von damals. Und nahezu immer habe früher ich versehentlich die hinteren Fenster geöffnet, wenn ich versuchte ohne hinzusehen das Fahrerfenster zu öffnen. Dankenswerterweise hat der ID.4 nur noch 2 Tasten vorne. Das Gros der Funktionen wird über den zentralen Touchscreen und wahlweise die Sprachbedienung gesteuert. Z.Bsp. sagt man einfach: “Hallo ID, mir ist kalt.” schon wird‘s wärmer. Die Anzahl an Interaktionen ist trotz der hohen Funktionalität sehr niedrig. Das entspannt und wirkt auf mich sehr gelungen.

Laden

An unserer 11 kW Wallbox würde ein volle Ladung ca. 7 Stunden dauern. Allerdings laden wir den ID.4 im Alltag nur bis 80%. Bei spätestens 30%, bzw. wenn es uns gerade passt, wird er nachgeladen. Meistens ist das 1x pro Woche der Fall. Unterwegs bekommt er vorzugsweise seinen Strom bei Ionity, bzw. einem HPC Lader. Bis ca. 35% lädt der ID.4. mit über 125 kW. Danach fällt die Ladeleistung langsam ab. Um von 10% wieder auf 80% zu kommen, vergehen ca. 35 Minuten. Bis 100% sind es knappe 50 Min. Eine große Pause reicht also immer aus, um den ID.4 mit ausreichend Strom zu versorgen. Man kann natürlich auch Taktieren. Das Optimum liegt bei 120-130 km/h und Nachladen bis max. 60%. Dann muss man zwar öfter halten, aber die Ladezeiten sind so kurz (10-15 Min.), dass die beste Reisezeit erreicht wird.

ID.4 Tip zur Ionity Navigation auf Langstrecke

Für Einsteiger mit Reichweitenangst, ist es wichtig, dass die Navigation im Auto die Ladepunkte automatisch berechnet. Das macht der ID.4 mit der Software 2.3 ganz ordentlich, leider nur nicht mit Ionity exklusiv. Ich habe den WeCharge Plus Tarif und lade für 30 Cent bei Ionity. Jeder ID Käufer hat die Option dazu. Ich will daher eigentlich nur bei Ionity laden. Um das zu erreichen, nutze ich folgenden “Trick”: Ich lasse ganz normal eine Route berechnen und fahre los. Unterwegs sage ich: “Hallo ID, Suche Ionity”. Der ID.4 sucht nun nach Ionity Stationen entlang der Route, sortiert nach Entfernung. Die gewünschte Station tippe ich an und wähle das Icon “Als Zwischenziel hinzufügen”. Die Navigation baut die Ladestation in die Route ein und passt automatisch alle weiteren Ladestops an. Das funktioniert exzellent – man muss es nur wissen 😉 Auf diese Weise fahre ich von Ionity zu Ionity und geniesse das problemfreie Laden.

Fazit

Ein absolutes Ja zur E-Mobilität und dem ID.4. Das Fahrzeug ist für uns als Familie perfekt für all das geeignet, was wir mit einem Auto anstellen wollen. Die hohe Reichweite, der Komfort und der Stauraum machen den ID.4 für uns zu einem tollen Allroundauto. Ich kann es daher ohne jede Einschränkung empfehlen.

ID.4 Bikes
Ready To Go: Gepackt für den Trip in die Alpen. Über 900 Kilometer liegen vor dem ID.4 und seinen 4 Passagieren. Ein Trip den der ID.4 souverän gemeistert hat.

Der ID.4 ist nicht unser erstes E-Auto. Wir fahren sonst auch noch mit unserem e-Golf durch die Gegend.
Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis: E-Mobilität

112 Comments

  1. Wir haben im Sommer vom Diesel Tiguan auf den ID.4 gewechselt. Mein Fazit nach fast 10tkm: Das fast perfekte Auto. Unterwegs laden geht viel besser als immer dargestellt. Fahren und alles ist schick. Verarbeitung war aber beim Tiguan besser!
    Grüße, Jochen

  2. Ein großes Kompliment für diesen unaufgeregten Erfahrungsbericht und die ebenso ruhige Diskussion hier. Das würde der ganzen Community gut tun!
    Aber zu meiner Frage: Wie zufrieden bist Du mit der allgemeinen Qualität vom ID.4 in Bezug auf Material und Verarbeitung?

    • Eine seriöse Empfehlung kann ich Dir leider nicht geben, weil ja nur Anwender der Reifen bin. Ich habe Pirelli Scorpion Winter auf 19“ Hamar Felgen. Die sind leise und in Summe etwas effizienter als die 20“ Sommerräder.
      Gruß, Matz

  3. Ich habe eine Frage zur Wärmepumpe. Angeblich soll diese nicht viel bringen. Lohnt sich die Anschaffung, oder kann man sich das Geld sparen?

    • Hallo Ludger,
      ob sich die Wärmepumpe lohnt, hängt davon ab, wie Du das Auto nutzen willst. Die Wärmepumpe gewinnt ihre Energie aus der Abwärme des Antriebs. Da der Motor aber nicht viel Abwärme erzeugt, muß man ca. 20 Min fahren, bis die Wärmepumpe anfängt zu wirken. Wenn Du viel Kurzstrecken fahren wirst, dann lohnt sich m.E. die WP nicht. Beim Heizen von Innenraum und Batterie werden anfangs ohne WP 7-8 kWh/h fällig. Bei 100 Km/h wäre das eben ein Mehrverbrauch von 7-8 KWh/100 Km. Ist die Batterie warm und die WP voll aktiv, braucht man für das halten der Innenraumtemperatur nur noch ca. 1 kW. Auf langen Strecken ist die WP sehr zu empfehlen.
      Gruß, Matz

    • Moin Peter,
      ich habe das zwar nur einige sehr wenige male ausprobiert und dann nur auf maximal 90 Km Strecke (mehr freie Fahrt war nicht möglich) und lag am Ende bei 25 bis 28 kWh/100km. Das sind also rechnerisch 275 bis 308 Km von 100% auf 0%. Realistisch und mit ausreichend Puffer würde ich sagen: 200 Km bei Vollgas ist eine machbare Etappenlänge. Allerdings werden die Reisezeiten dann durch die langen Ladepausen zu lang. Der “Sweetspot” liegt bei ca. 130 km/h.
      Gruss, Matz

        • Hallo Peter,
          der Sweetspot ist die Fahrgeschwindigkeit, bei der Du die kürzeste Reisezeit erreichst. Wenn Du Vollstrom fährst, dann sinkt Deine Etappenreichweite auf – sagen wir mal – 200 Km. Das gilt für einen vollen (100%) Akku mit Reserve. Willst Du jetzt wieder eine 200 Km Etappe fahren, musst Du auf 100% Laden. Das dauert unverhältnismäßig lange. Meistens ca. 50 Minuten. Lädst Du nur auf 80%, damit Du nach 35 Min. wieder losfahren kannst, sinkt die Etappenlänge aber auf vielleicht 150 Km und dann musst Du öfter laden. Es gilt daher den Punkt zu finden, wo Du lange Etappen mit der optimalen Geschwindigkeit für einen kurze Reisezeit hinbekommst.
          Beim ID.4 liegt die optimale Geschwindigkeit bei knappen 130 Km/h. Fährst Du schneller, steigt die Reisezeit, fährst Du langsamer nimmt die Reisezeit durch das geringe Tempo wieder zu. Aber: ökonomischer ist es, wenn Du max. 120 Km/h fährst, weil der ID.4 dann im Verbrauch unter 20 kWh/100 Km liegt.
          Essenz daraus ist aber: Bei normaler, durchschnittlicher Verkehrsdichte, kannst Du beim ID.4 auch gerne eine höhere Geschwindigkeit anpeilen und schaffst trotzdem die 300er Marke bei der Etappenlänge.
          Gruss, Matz

  4. Hi.
    Wir hatten uns 1 Woche lang einen ID.3 gemietet, um E-Mobilität für uns zu testen. Die erste längere Strecke hat aber 3,5 statt 2,5 Stunden gedauert. Mit unserer Kleinen im Auto ist die zusätzliche Zeit suboptimal. Kann man mit der großen Batterie vom ID.4 schneller Fahren?
    Lukas

    • Hallo Lukas,
      nehmen wir mal an, Du fährst mit einer Durchschnittsgeschwindigeit von 100 kmh, dann würdest Du in 2,5 std 250 km weit kommen. Für den ID.4 wäre das mit der 77 kwh Batterie keine Herausforderung. Aber auch der ID.3 hätte das schaffen sollen. Was für ein ID.3 war das und woe lang war die Stecke?
      Gruss, Matz

      • Hi Matz, danke für die schnelle Antwort 😀
        Es sind 241 Km. Der ID.3 war mit der 58 kWh Batterie. Das Navi wollte aber Laden und das hat eine Stunde gedauert. Mit der dicken Batterie wär das nicht passiert, oder?
        Lukas

        • Ich rate mal, dass die Batterie bei Abfahrt nicht voll und das Ladelimit auf 100% eingestellt war. Daher hat das Navi einen 1-stündigen Stop geplant, den Du auch gemacht hast. 241km gehen mit dem 58er Akku locker.
          Gruß, Matz

          • Die Batterie hatte um die 50%. Ein Ladelimit kenne ich nicht. Nach der halben Strecke mussten wir vollladen. Ich kann mich da einfach nicht aus, aber das neue Fahren ist schon fein. Besser also immer vorher vollladen?
            Lukas

            • Ja und nein. Du solltest nur soviel nachladen, wie Du brauchst. Anstatt 1 Stunde auf 100% zu laden hätte es auch gereicht für 30 min. auf 80% zu laden. Vielleicht auch weniger. Jedenfalls scheint E-Mobilität für Dich doch grundsätzlich zu funktionieren.
              Gruß, Matz

    • Ich habe geschrieben: “die typischen Youtuber” und eben jene Typischen – also die ganze Probefahrttesterfraktion – kann man aus meiner persönlichen Sicht vergessen (natürlich nicht die Personen, sondern nur die Beiträge!). Du kannst kein echtes Urteil zu einem Produkt fällen, was Du selbst nur oberflächlich testest. Ich gebe hier auch nur meine Meinung wieder. Als ich auf der Suche nach einem elektrischen Familienauto war, habe ich auch YT Videos gesehen. Keines dieser Videos hat aber meine Fragen beantwortet: Wie funktioniert Urlaub mit Kind und Kegel, wie sieht mein Alltag damit aus, wie weit komme ich in meiner ganz realen Welt, etc. Was nützt mir ein Video, wo wir jemand was von Design und dann von Performance erzählt, obwohl mich das als Familienvater als allerletztes interessiert? Was mich auch nicht interessiert sind Vergleichstests. Es gibt auch gute YT Videos zu E-Autos – vor allem wenn ein Besitzer seine eigenen Erfahrungen schildert. Ich will also niemanden davon abhalten YT Videos zu sehen 😀
      Gruss, Matz

      • OK, da bin ich bei Dir. Die Qualität ist durchwachsen. Carmaniac, Netxmove, Moveelectric habe ich aboniert und fühle mich von Allen auf Ihre Art gut informiert.

        • Nextmove und Move Electric schaue ich auch regelmäßig. Das sind für mich eben nicht die typischen YouTuber.
          Ich persönlich kann weder mit dem Thema Performance noch mit dem Polarisieren für oder gegen einen bestimmte Marke etwas anfangen. Kanäle, die sich auf so etwas spezialisiert haben, tue ich mir nicht mehr an. Bunter Klickbait ist nichts für mich 😀

      • Danke für diesen tollen Erfahrungsbericht und mir ging das ganz genauso. Auf YT sind fast nur Typen, die sich selbst dabei filmen, wie sie Clickbait herstellen. Keiner von denen lädt das Auto voll und beschreibt eine Urlaubsfahrt mit Fahrradträger. Dank Deiner Erfahrungen haben wir uns für den ID.4 entschieden.
        Danke nochmal und ganz viele Grüße aus dem Taunus.

  5. Hallo.
    Mein nächster Firmenwagen muß ein E-Auto sein. Wegen Flottenvertrag muß es ein VW, Skoda oder Audi sein. Ins Limit der Leasingrate passt nur der ID.4 und der Enjak.
    Ich kann in der Firma laden, zuhause aber nicht. Eine Wegstrecke sind 61 Km. Ich habe keine Ahnung, wie ich das machen soll. Lademöglichkeiten habe ich in der Nähe nicht. Wallbox erlaubt der Vermieter nicht. Ich fahre öfter von zuhause aus dienstliche Langstrecken. Hat hier jemand eine Idee, wie das funktionieren soll?

    • Hallo Axel,
      wenn Du in der Firma laden kannst und es nur 61 Km nach Hause sind, sehe ich da keine Probleme mit ID.4 oder Enyaq. Du würdest in der Firma bis 90 oder 100% laden und hättest zuhause noch ca. 80%. Das reicht auch für den Start auf lange Strecken. Der erste Stop ist dann eben etwas früher.
      Eine Wallbox braucht es nicht zwingend. Eine normale Steckdose würde locker reichen, um das Delta zwischen Firma und Daheim nachzuladen, wenn Du unbedingt zuhause auf 100% kommen möchtest.
      Gruß, Matz

      • das mit der Steckdose wäre eine Idee. Mir wurde gesagt, daß das Laden an der Steckdose nur für Notfälle sein soll. In der Tiefgarage sind mehrere Steckdosen vorhanden. Das ist aber Gemeinschaftsstrom.

      • Der Weg aus dem Elend ist der große Bogen um die Tesla-Community.
        @Axel: Der ID.4 wird Dir auch ohne eigene Lademöglichkeit keine Probleme bereiten. Ich kann am Ziel bei Freunden auch oft nicht laden, aber die Reichweite passt immer.
        LG, Michail

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