Seventies Compact Rangefinder Übersicht und Kaufberatung.


Bis Ende der Siebziger Jahre wurden massenhaft Kompaktkameras hergestellt, mit denen man sogar brauchbar fokussieren konnte: Kompakte Meßsucher Kameras. Im Gegensatz zu einer Spiegelreflexkamera, waren sie klein und leicht und anders als die normalen Sucherkameras konnte man perfekt scharfe Bilder produzieren. Allerdings setzte es schon damals voraus, dass die kompakte Kamera mit einem leistungsstarken Objektiv ausgestattet ist und das verringert die Anzahl der heute noch begehrenswerten Rangefinder deutlich.

Bevor es gleich weiter geht, noch ein kleiner Verweis auf einen ikonischen Meßsucher der Sechziger Jahre: Revue Auto S22 – der Vorgänger der Konica Auto S3 ist in jedem Fall einen Blick wert.

Mit der Konica Auto S3 erschein Anfang der Siebziger Jahre eine Kamera, die mit ihrem 38mm f1:1.8 Objektiv ein neues Qualitätskapitel im Buch der kompakten Meßsucher aufschlug. Die Schärfe schon bei Offenblende ist atemberaubend hoch und wurde damals auf eine Stufe mit den feinsten Leica-Linsen gestellt. Dazu gesellt sich einer der größten und klarsten Meßsucher, den es bei den Kompakten je gegeben hat. Darüberhinaus ist die Konica Auto S3 verblüffend klein und leicht. Ein Paket, dem man auch heute einfach nicht widerstehen kann. Die Kamera wurde bis 1977 etwa 200.000 mal gebaut, also in einer kleineren Stückzahl als andere Kameras dieser Bauart und dementsprechend ist die Konica Auto S3 relativ schwer zu einem günstigen Preis zu bekommen. Für ein gutes Exemplar sollte man durchaus 200 Euro einplanen (Stand 01/2019).

Die Konica hat aber auch Schattenseiten. Sie hat eine komplizierte und empfindliche Mechanik im Inneren und leidet gerne an Problemen, wie zum Beispiel einem blockierenden Auslöser, oder einem hakeligen Filmtransport. Auch die Stromversorgung bereitet der Konica bisweilen echte Schwierigkeiten. Die Auto S3 war damals unter den Rangefindern ein Fliegengewicht und auch heute noch begeistert die Kamera mit ihrer Leichtigkeit, die sich die Konica unter anderem durch den Einsatz von Aluminium für die äußeren Chassisteile erkauft. Die Kopf- und Bodenplatte ist relativ dünnwandig und kann schon mit normaler Handkraft verbogen werden. Aus diesem Grund, findet man heute kaum noch Exemplare, die nicht in irgendeiner Weise verzogen, verbogen oder verbeult sind. Diese spezielle Art von Patina sollte man in Kauf nehmen, wenn man auf eine Konica Auto S3 aus ist. Letztendlich ist die Funktion davon nicht wirklich beeinträchtigt.

Als die Produktion der Konica Auto S3 eingestellt wurde, erschienen mehrere neue Sterne am Meßsucherhimmel und zwar in der Gestalt der Minolta Hi-Matic 7sII, der Revue 400 SE, der Vivitar 35 ES und der Prinz 35 ER. Diese 4 Kameras basieren alle auf dem identischen Chassis und haben die gleiche 6-Linsen Optik in Form eines 40mm f1:1.7. Die Unterschiede sind relativ gering und beziehen sich hauptsächlich auf das Design. Bei der Minolta Hi-Matic 7sII kann man die Blendenautomatik mit einer voll manuellen Einstellung übergehen, was einem die volle kreative Freiheit bietet. Allerdings geht der Minolta etwas: Die Blitzautomatik. Der Minolta fehlt die komplette Baugruppe für das leitzahlabhängige Blitzen mit Blendenautomatik. Sie hat nur einen Schalter, der den Belichtungsmesser abschaltet, wenn der Blendenhebel nicht auf “AUTO” steht. Daher ist dieser im manuellen Modus der Hi-Matic 7s II leider nicht zu gebrauchen. Allerdings lässt sich die Blendenautomatik mit leichter Trickserei auch bei der Revue und Vivitar so beeinflussen, dass man die individuell gewünschte Zeit und Blendenkombination erhält. So gesehen, bekommt man bei der Revue 400 SE mehr Technik für weniger Geld.
Die Prinz 35 ER ist hierzulande eine sehr exotische Erscheinung, wurde sie doch für den Britischen Distributor Dixons hergestellt und wird in Deutschland kaum wahrgenommen. Dabei ist die Prinz im Gehäuse vollkommen identisch mit der Hi-Matic 7sII, verwendet aber die Objektivsteuerung der Revue 400 SE. Also Achtung, Geheimtip: Die Prinz gibt es teilweise für unter 50 Euro von Britischen Verkäufern.

Oftmals wird kolportiert, die Konica Auto S3, Minolta Hi-Matic 7sII und Revue 400 SE wären die gleiche Kamera. Das stimmt so leider nicht und das schreibe ich aus Erfahrung mit der Reparatur dieser Kameras. Die Konica ist den beiden anderen zwar sehr ähnlich und es gibt im Inneren ein paar Bauteile, die man untereinander tauschen kann, aber in den Hauptbestandteilen haben wir es mit unterschiedlichen Kameras zu tun. Die Revue 400 SE der letzten Serie, ist die modernste Weiterentwicklung dieser Kameras. Ihre Mechanik ist bei gleicher Funktionalität deutlich verschlankt und viel robuster und die Belichtungsmessung ist in einem weiten Bereich durch einen variablen Widerstand justierbar. Es scheint fast so, als hätte man sich bei der Revue gedanklich schon auf Abschied von der Quecksilber Batterie eingestellt.

Die optische Leistung des 40mm f1:1.7 Objektivs, steht der 38mm Linse der Konica in nichts nach. Das Auflösevermögen ist phänomenal und das macht die Revue 400 SE heutzutage als Einsteig in die analoge Meßsucherfotografie extrem interessant.

Beim Kauf einer Kamera, die inzwischen über 40 Jahre alt ist, gibt es einiges zu beachten und wenn der Verkäufer keine verläßliche Zustandsbeschreibung geben kann, muß man sich auf die folgenden Probleme einstellen:

Die Lichtdichtungen.

Die Rückwand der Kamera, die man öffnet um dem Film einzulegen, ist an bestimmten Stellen mit einem Schaumstoff kaschiert. Weiterhin ist dieser Schaumstoff auch als dünner Streifen in der Nut um das Filmfach eingesetzt. Dieser Schaumstoff hat sich mit Sicherheit in eine klebrige Masse verwandelt und erfüllt seinen Zweck nicht mehr. Wenn dieser Schaustoff nicht ausgewechselt wurde, dann ist es jetzt höchste Zeit genau das zu tun. Zum einen kann Licht durch die Rückwand ins Filmfach gelangen, zum anderen können sich klebrige Partikel lösen und den Film oder den Filmtransport verschmutzen. 

Der Meßsucher.

Im laufe der Zeit und vor allem, wenn der Vorbesitzer dem Laster des Rauchens verfallen war, trübt sich der Meßsucher ein. Das Bild erscheint matt und der Meßfleck ist schlecht zu erkennen. Besonders bei wenig Licht, wird das Erkennen schwierig. Der Meßsucher besteht aus 2 Gläsern, 1 Spiegel und einem teildurchlässigen Spiegel. Vor dem Meßsucher sitzt eine Glasscheibe. Es ergeben sich daraus insgesamt 7 Oberflächen, auf denen sich ein Belag absetzen kann. Um wieder den vollen Durchblick zu haben, müssen alle Oberflächen der Optik gereinigt werden.

Aber nicht nur der Durchblick ist das Thema. Damit die Schärfe optimal sitzt, sollte der Messsucher korrekt eingestellt sein und möglicherweise ist der Meßfleck vertikal verschoben. Hier wird die Nachjustierung schon kniffliger, da die Kamera geöffnet werden muß.

Die Belichtungsmessung.

Die elektromechanische Steuerung der Blende in Abhängigkeit der eingestellten Verschlusszeit ist ein kleines Meisterwerk. Im Grunde ist die Steuerung vergleichsweise simpel, aber eine Augenweide in der Ausführung. In den Siebziger Jahren waren Quecksilber Batterien noch nicht verboten so wie heute und diese Batterien hatten zu ihrer Zeit einen Vorteil: Sie halten ihre Spannung von 1,35 Volt über nahezu ihre gesamte Lebensdauer konstant. Den Kamerahersteller freut das, weil er keine elektronische Schaltung braucht, die für den Belichtungsmesser immer die gleiche Spannung liefert. So verwendet die Kamera die 1,35V der Batterie als Referenzspannung für den Belichtungsmesser.

In der Neuzeit – mehr oder weniger heute – gibt es nur noch Batterien mit einer Spannung von 1,55 Volt – nämlich die Batterien vom Typ SR44 oder auch V76PX. Diese Batterien haben die gleiche Form, aber eben eine 0,2V höhere Spannung. Für die Kamera bedeutet dies, dass sie ungefähr 2 Blenden überbelichtet. Nun hat Negativfilm zwar ein breites Toleranzspektrum für Fehlbelichtung, aber auf Dauer muß man hier eine Korrektur vornehmen. Bei der Revue der letzen 2 Serien kann man relativ einfach eine Neujustierung durchführen. Bei der Minolta muß man vorher etwas schrauben und bei der Konica und der Revue der ersten Serie will der Lötkolben geschwungen werden, aber am Ende bekommt man alle drei Kameras in die Batterie-Neuzeit.

Übrigens: Bei der Konica Auto S3 ist eine Umjustierung meistens nicht erforderlich, weil sie von Hause aus mit einer gewissen Schwankung der Spannung bestens zurecht kommt (ich hatte noch keine Auto S3 in den Händen, die mehr als 2/3 Blenden daneben gelegen hat und das liegt immer noch in der Toleranz eines Negativfilms) Außerdem läßt der Belichtungsmesser der Konica eine Justierung auf die Batteriespannung gar nicht zu, d.h. es müssen entweder die Vorwiderstände getauscht, oder eine Diode zur Spannungsreduktion eingelötet werden. Bei der Revue 400 SE ist das Justieren in circa 50% aller Fälle unnötig, weil die Belichtung von vom Werk aus falsch eingestellt war. Ich würde mal vermuten, dass hier nicht viel kontrolliert wurde. Bei der Minolta Hi-Matic 7sII hingegen muß man fast immer zu Werke gehen. Man sollte auch immer bedenken, dass die mechanische Umsetzung des gemessenen und angezeigten Blendenwertes eine Ungenauigkeit von bis zu 2/3 bis 1 Blende haben kann und teilweise sogar von der Haltung der Kamera und der Montage in der Fabrik abhängig ist. Es macht zwar Spaß, die Kamera in der Werkstatt perfekt zu justieren, aber es macht nicht unbedingt viel Sinn, hier eine Raketenwissenschaft daraus zu machen.
Um es noch weiter zu komplizieren: Neben dem Belichtungsmesser hängt es entscheidend davon ab, ob der Blendenhebel am Copal-Verschluß exakt richtig ausgerichtet montiert ist. Selbst wenn sich die Blende vollständig öffnet, kann durch eine falsche Stellung des Hebels am Ende die Öffnung für F16 nur F11 ergeben, obwohl der Belichtungsmesser F16 anzeigt.

Die übrige Hardware.

Es kann vorkommen, dass der Objektivtubus wackelt, oder der Filmtransport streikt, der Auslöser blockiert oder der Selbstauslöser nicht läuft. Es kann ebenso vorkommen, dass der Blitz nicht auslöst oder die Blende sich nicht bewegt. Hier kommen verschiedenste Ursachen in Betracht, die man im Einzelnen überprüfen muss.

Wer also eine dieser Kameras kaufen möchte, sollte sich vom Verkäufer den Zustand nachvollziehbar dokumentieren lassen. Nur weil man den Auslöser und Filmtransport betätigen kann, hat man immer noch keine funktionierende oder gar geprüfte Kamera in der Hand. Besonders gilt das für die Konica Auto S3. Hier werden gerne sehr hohe Preise verlangt und auch wenn die Kamera relativ selten ist, so sollte man das Geld lieber in eine wirklich funktionsfähige Kamera investieren. Für eine ungeprüfte Auto S3, oder ein Angebot, was mit einem lapidaren Satz wie: „voll funktionsfähig, guter Zustand.“ beschrieben ist, würde ich persönlich niemals mehr als 100 Euro ausgeben. Merke: Jemand der die Kamera kennt, die er da verkauft, wird sie ganz bestimmt mit mehreren Sätzen beschreiben.

Neben der Revue 400 SE gibt es noch die Revue 400 SE 25, die Revue 400 S und die Revue 400 L. Die 400 SE und 400 SE 25 unterscheiden sich nur in der Farbe. Die SE ist immer schwarz und die SE 25 ist immer silber. Ansonsten ist es die gleiche Kamera. Die Revue 400 S ist eine Meßsucherkamera wie die 400 SE, aber mit einem erheblich schlechteren Objektiv und um es hart und schonungslos zu formulieren: Die Revue 400 S ist es nicht wert gekauft zu werden (jedenfalls nicht für das fotografische Erlebnis). Noch schlimmer ist die Revue 400 L. Hier hat man die 400 S genommen und den Meßsucher weggelassen. Bei dieser Kamera muß man also den Fokus durch Schätzen einstellen. Das macht definitiv keinen Spaß. Als Ersatzteillager für die perfekte Revue 400 SE hingegen, kann man die S und die L durchaus verwenden.

Neben den drei Kameras, die ich bis hierhin beschrieben habe, gibt es noch eine weitere Legende: Die Canon Canonet G-III QL 17. Diese Kamera ist Compact Rangefinder Overkill. Sie kann einfach alles und hat das legendäre Quickload System, bei dem man einfach den Film einlegt und den Deckel schließt. Den Rest mach die Canon von alleine. Das Objektiv ist absolute Spitzenklasse, wenngleich aber nicht der ganze Quantensprung besser als das der Revue bzw. Konica. Die Canonet verträgt fast sogar moderne Batterien, doch die empfindliche Mechanik will gut gepflegt werden. Für die schonungslose, analoge Steetfotografie sollte man eher zur Revue 400 SE greifen. Ihre Mechanik ist derart robust, dass sie bei guter Pflege ewig halten kann.

Aber was darf denn nun eine dieser Kameras kosten und woher weiß man, was man bekommt?

Gute Frage, nicht wahr? Wenn mir der Verkäufer die Funktionsfähigkeit glaubhaft versichern kann, und die Kamera einen frischen Service mit neuen Lichtdichtungen und einen gereinigten Meßsucher hat, dann würde ich für eine gut erhaltene Kamera (Stand 01/2019) folgende Preise ansetzen: Konica Auto S3 – 150 bis 200 Euro; Minolta Hi-Matic 7sII – 100 bis 150 Euro; Revue 400 SE – 90 bis 140 Euro. Ist bei der Kamera auch noch die Belichtungsmessung justiert, dann darf sie auch 20 Euro mehr kosten. Ist die Kamera ungeprüft und mangelhaft beschrieben (diese Ein-Satz Angebote von der Art: “Dachbodenfund”, “Wohungsauflösung”, “guter Zustand”), würde ich mir selbst 100 Euro als obere Grenze für die Konica setzen und maximal 50 Euro für Revue und Minolta. Die Katze im Sack braucht eigentlich niemand. Als begeisterter Sammler darf man das alles natürlich vollkommen anders sehen.

Was man den Verkäufer fragen kann, ohne das der sich auskennen muß.

Öffnet und schließt die Blende korrekt?
Auch wenn keine Batterie eingelegt ist, lässt sich das überprüfen. Die Blende sollte bei der Konica Auto S3 vollkommen geöffnet sein. Löst man im B Modus die Konica ohne Batterie aus, muss man vollständig durch das Objektiv schauen können. Wenn nicht, ist die Blende geschlossen. Das ist ein häufiger Fehler, der sich aber relativ leicht reparieren lässt. Bei der Revue und Minolta ist die Blende immer etwas geöffnet. Drückt man den Auslöser langsam durch, muss sich die Blende vollständig öffnen und nach dem Auslösen wieder schließen. Ist das nicht der Fall, liegt meistens ein etwas größerer Defekt vor.

Funktioniert der Verschluss?
Wenn man durch das offene Filmfach auf die hintere Linse schaut, muss man beim Auslösen die Verschlussbewegung sehen. Wenn nicht ist das ein ganz schlechtes Zeichen.

Zeigt der Belichtungsmesser etwas an?
Besonders, wenn man die Kamera ins Licht schwenkt, sollte die Nadel im Sucherfenster reagieren – natürlich nur, wenn eine volle Batterie eingelegt ist.

Bewegt sich das Messfeld im Sucher?
Beim Fokussieren muss das Mischbild im Messfleck sich bewegen.

Funktioniert der Filmtransport und der Bildzähler?
Beim Spannen des Transporthebels darf nichts haken und bei geschlossener Rückwand, muss der Bildzähler um jeweils einen Zähler weiterzählen und muss sich beim Öffnen der Rückwand auf “S” zurückstellen.

Sind die Linsen klar und sauber?
Partikel im Linsensystem sind nichts schlimmes und selbst ein fieser Kratzer auf der Frontlinse ist in der Regel auf dem Bild nicht zu erkennen, aber auf der Rücklinse und dahinter sollte keinerlei Verunreinigung der Beschädigung sein.

Besonders beim Kauf im Internet lässt sich nicht alles prüfen und für den Fall, dass die Neuanschaffung oder das Familienerbstück einen Service braucht, gibt es hier ein kleine Hilfestellung.

23 Comments

  1. Hallo.
    Ich habe eine Revue 400 SE, wo der Knopf zum Auslösen in der Kamera steckt und sich deswegen nicht drücken lässt. Wenn ich die Kamera umdrehe, fällt der Knopf lose nach unten. Kann man da noch was machen? Was könnte das sein?

    Grüße, Rabe

    • Hallo Rabe,
      das Problem kann man definitiv beheben. In der Regel ist etwas am Selbstauslöser defekt. Da gibt es 2 klassische Defekte, die eintreten können. Meistens ist ein Zahnrad defekt, oder sitzt nicht mehr korrekt, oder eine der Rückholfedern ist defekt oder ausgehakt. Eine Ferndiagnose ist schwierig. Funktioniert der Selbstauslöser, oder macht der auch Probleme? Eine Überprüfung würde aber schnell Aufschluss geben.

      Gruss, Matz

  2. Hi Matz,

    das Hebelchen kann ich nicht bewegen. Steht waagerecht. Echt doof, weil die Kamera noch wie neu ist. Von Opa geerbt. Was würde so eine Reparatur ungefähr kosten?

    Grüße, Rabe

    • In dem Fall kann ich Dir auch eine Ferndiagnose geben, da dieses Problem recht häufig auftritt: Der Selbstauslöser blockiert. Ich würde das Zeitwerk als Ganzes gegen ein revidiertes tauschen. Das dauert ca. 30 Minuten, da Ober-, Unterteil, Belederung und Objetkivträger entfernt werden müssen. Du müsstest mit ca. 50 Euro rechnen (inkl. Ersatzteil). Allerdings würde sich bei dem Eingriff eine Grundreinigung und Justage anbieten, die nochmal 30 min. extra bedeuten. Ich schicke Dir eine Mail mit ein paar mehr Infos. Bitte verstehe das auch nicht als verbindliches Angebot. Ohne die Kamera gesehen zu haben, kann ich Dir nur eine Richtung geben.

      Gruß, Matz

  3. Moin. habe eine Revue SE bei ebay vom Fotohändler gekauft. Zustand ist mit gut angegeben. Die Kamera zieht den Film nicht ein. Der Händler will nicht zurücknehmen und meint es hätte vorher funktioniert. Brauche eine Tip.

    • Hallo HannesJ,
      öffne das Filmfach, halte die Transportwalze mit einem Finger fest (aber nicht zu fest) und betätige den Transporthebel. Wenn Du keinerlei Widerstand spürst, dann gehe ich zu 99% davon aus, dass die kleine Mitnehmerschraube in der Transportwalze fehlt. Das ist ein sehr verbreitetes Problem. In der Transportwalze ist ein länglicher Schlitz. In diesem Schlitz muss der Kopf einer Kreuzschlitzschraube erkennbar sein. Wenn nicht, fehlt die Schraube und die Walze dreht frei durch. Die Schraube kann man einfach auch selbst ersetzen. Falls da noch Fragen sind, kann ich gerne ein Foto mit ein paar Zeilen dazu schicken.

      Gruss, Matz

  4. Ich will mich hier auch noch einmal ausdrücklich bedanken! Du hast die Revue in den Neuzustand zurückversetzt. Der klare Sucher ist der Wahnsinn und wie geschmeidigt sich jetzt alles bedienen läßt!

    Grüße, Rabe

  5. Danke für die aufschlussreichen Informationen.
    Ich schwanke zwischen der Olympus 35 SP und Canonet QL 17. Hast Du eine Empfehlung für mich?

    • Empfehlungen sind schwierig, da hier mehr Emmotion drinsteckt als irgendeine Rationalität. Beides sind tolle Kameras. Meine Empfehlung wäre: Nimm die, die Dir am besten gefällt. Du kannst mit beiden gleichgute Fotos machen.

      Gruss, Matz

  6. Hallo Matz, bin begeistert von der Seite!!!
    eine aktuelle Frage habe ich aber zum obigen Artikel: In einer Facebook-Gruppe wurden Erfahrungen mitgeteilt von mehreren Nutzer, dass sie bei Verwendung der LR44 die ISO an der Kamera auf 100 einstellen, da die höhere Spannung 2 Blenden unterbelichtet… das würde ich gerne genauer wissen, in einige älteren Foren wurde dieses Thema kontrovers diskutiert und von der Arbeitsweise des Belichtungsmessers abhängig gemacht. Da ich einen Tmax 400 zu Überprüfungszwecken durch meine neu erworbene Revue, 7s2 und QL17 GIII ziehen will würde mich Deine Meinung hierzu sehr interessieren.
    Vielen Dank
    Gerolf

    • Danke, Gerolf!
      Grundsätzlich ist es ersteinmal richtig, dass der Belichtungsmesser zu falschen Ergebnissen kommt. Dabei müssen wir jedoch die Elektronik von der Blendenmechanik trennen. Elektronisch ist es i.d.R. so, dass es einen simplen Stromkreis (Schaltung) aus einer Batterie, einer Fotozelle und einem Drehspulinstrument gibt. Früher hat man Quecksilberbatterien mit 1,35V verwendet, was man getan hat, weil dieser Batterietyp diese Spannung nahezu während der gesamten Lebensdauer der Batterie konstant abgibt. Die Fotozelle ist ein Lichtempfindlicher Widerstand. Ist die Fotozelle komplett abgedunkelt haben wir ca. 1 Mega Ohm, also einen sehr hohen Wiederstand. Es fliesst kein Strom. Je heller es wird, desto geringer wird der Widerstand und desto mehr zeigt das Drehspulinstrument an. Dieses Prinzip verwenden alle 70ies Rangefinder mehr oder weniger. Ist die Spannung zu niedrig, weil man eine SR44 Batterie verwendet, dann schlägt das Drehspulinstrument im Verhältnis weniger aus. Ob das eine Über- oder Unterbelichtung wird hängt jetzt von der mechanischen Ansteuerung des Blendenhebels ab. Bei Konica, Revue und Minolta z.Bsp. tritt eine Überbelichtung von ca 1-2 Blenden ein. Bei der Canonet, deren Blendenhebel genau in die Gegenrichtung bewegt wird, tritt eine Unterbelichtung auf. Die Canonet wiederum steuert die ASA anders als die Konkurrenten elektronisch über eine. Widerstandsring und damit über eine Reihenschaltung von Widerständen. Daher reagiert sie auf die geringere Spannung anders. Fast in allen Kameras ist am Drehspulinstrument ein variabler Widerstand vorgeschaltet, über den man den Belichtungmesser feinjustieren kann. Ber der Canon GIII ist das nicht ganz einfach, da man beim Justieren den ASA Widerstand berücksichtigen muss. Bei den anderen Kameras spielt das keine Rolle. Da justiert man eben schnell und freut sich.

      Das alles ist aber relativ unbedeutend und sehr individuell von der einzelnen Kamera abhängig. Die mechanische Genaugigkeit der Blendeneinstellung liegt bei +/-1 Blende. Die Toleranz von SW Negativfilm liegt bei 1-2 Blenden. Jenachdem, wie die Kamera kalibriert ist, kann das auch einfach so passen. Wenn ich die Kamera zum CLA offen habe, stelle ich das logischerweise ein, aber nur so aus Spass macht das keinen Sinn. Man sollte sich ersteinmal das Ergebnis von einem Probefilm ansehen.

      Gruss, Matz

  7. wow, vielen Dank, Matz für die sehr ausführliche Antwort. Also ist die Aussage in unserer Facebook-Gruppe “Die analoge Fotografie lebt” so pauschal erstmal nicht richtig. Ich weiß auch nicht mehr um welche Kamera es ging, muss ich suchen. Darf ich dort in der Diskussion in meinem Kommentar einen link zu Deiner Seite veröffentlichen?
    Allerdings kann es dann sein, dass Du so viele Anfragen und Reparaturaufträge bekommst, dass es nebenberuflich nicht mehr zu schaffen sein wird ! 🙂
    liebe Grüße
    Gerolf

    • Achte unbedingt darauf möglichst keine LR44 zu verwenden. Das sind Alkaline Batterien, die eine ungünstige Entladekurve haben. SR44 sind hier zu bevorzugen. Dieser Typ verhält sich fast genau wie die alten Quecksilber Batterien.

      Gruß, Matz

  8. Sorry, noch eine ergänzende Frage: Du schreibst in der Antwort an mich: “ist die Spannung zu niedrig weil man eine SR44 verwendet…”
    die Spannung einer SR44 ist doch höher (wie im Artikel bemerkt) als die 1.35 V bei Quecksilber..
    zumindest am Anfang der Nutzung.
    Deshalb muss ich nochmal nachfragen: wenn ich eine nicht manipulierte und vom Werk her richtig justierte Revue 400SE mit frischen LR44 betreibe dann führt das zu einer Überbelichtung ?

    (entschuldige bitte meine Nerverei… aber dieses Problem bewegt mich schon sehr lange und richtig befriedigend antworten konnte mir bis dato noch niemand)

    grüße
    Gerolf

    • Da hatte ich mich verschrieben. Natürlich ist die Spannung mit SR44 höher. Eine Revue 400 SE neigt unjustiert mit SR44 Batterien zu Überbelichtung. Aber: Die Justage bei der Revue 400 SE war werkseitig sehr ungenau und es wurden 3 Verschiedene Belichtungsmesser verbaut. Das kann stimmen oder sehr grob daneben liegen.

      Gruß, Matz

  9. Hallo Matz.
    gibt es auch eine Kamera, wo der Belichtungsmesser auch geht, wenn man an der Kamera Blende und Zeit selbst einstellt? Ich meine damit nicht die Automatik. Ich habe kürzlich eine Himatic 7sII gekauft, finde es aber etwas enttäuschend, daß bei Vorwahl der Blende der Beli nicht mehr geht.

    • Hallo Thomas,
      da fällt mir spontan die Revue Auto S22 Revue Auto S22 oder auch Konica Auto S2 – eine Ikone bzw. die baugleiche Konica Auto S2 ein. Einziger Nachteil: Der Belichtungsmesser ist immer an, d.h. man muss darauf achten, dass der Objektivdeckel bei Nichtbenutzung aufgesetzt ist, sonst ist die Batterie relativ schnell leer. Die 7s II schaltet sich im Manuellen Modus ab und verbraucht dann keinen Strom.
      Gruss, Matz

  10. Hallo, vielen Dank für die Seite.
    Ich habe mir eine Minolta Hi Matic 7sii in Kleinanzeigen gekauft. Und wie du oben beschrieben hast, wackelt das Objektiv einwenig. Das stört mich aber nicht so sehr. Das größere Problem ist, das der Belichtungsmesser nur funktioniert, wenn ich auf die kleinste Entfernung fokussieren. Kaum bewegen ich den Fokus in Richtung Undendlich schaltet der Belichtungsmesser aus. Hat. Du ein Tipp wie ich dies beheben/reparieren kann? Danke

    • Hallo Ilker,
      die Minolta hat an der Rückseite der Objektiveinheit einen Schalter, der schließt, wenn die Blende auf Auto gestellt wird. Den müsste man sich als erstes ansehen. Weiterin könnte auch die Verkabelung hinüber sein. Oftmals hat eine ausgelaufenen Batterie die Drähte korrodieren lassen. Sollte das Batteriefach schon entsprechende Korrosion zeigen, hilft eigentlich nur ein Austausch der Verdrahtung. Aus der Ferne ist es natürlich schwierig die richtige Diagnose zu stellen, aber um einen Ausbau der Objektiveinheit wirst Du nicht drumherumkommen. Der Objektivträger wird von 4 Schrauben gehalten, die sich hinter der Belederung befinden.
      Gruss, Matz

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