Filmentwicklung bei Tageslicht – Jobo 2400

Tageslichttanks, mit denen man Filme ohne Dunkelkammer und Wechselsack entwicklen kann, gibt es schon lange und nicht erst seit der neuen Lab-Box. Während die Lab-Box von ars imago das Funktionsprinzip der alten Rondinax neu interpretiert, basiert die Jobo 2400 auf einer anderen Idee. Die Jobo 2400 kommt ohne Zugseil und Klemme aus und enthält eigentlich keine Teile, die verschleißen können. Natürlich hat alles seine Vor- und Nachteile. Der einzige Nachteil der Jobo 2400 ist, dass sie Probleme mit Filmen hat, die durch die Kamera gegen die Wickelrichtung in der Patrone aufgespult wurden. Das Aufschieben auf die Entwicklerspule kann dann hakelig werden. Davon abgesehen, bietet der Jobo 2400 Tageslichttank nur Vorteile.

Wie man mit der Jobo 2400 arbeitet, beschreibt diese Bilderanleitung.

Alles, was nötig ist. Film, Schere, Jobo 2400
Als erstes öffnet man die Dose und entnimmt die Spule.
Der Innentubus wird gegen den Uhrzeigersinn an den oberen Anschlag geschraubt.
Durch Drücken auf die roten Tasten links und rechts, wird die Spule getrennt.
Mit der Schere wird der Filmanfang abgeschnitten und die Ecken werden gekappt (so, wie es auch auf dem Aufkleber zu sehen ist)
Der Film wird in die untere Hälfte eingesetzt. Er passt nur in eine Richtung hinein. Man kann also nichts falsch machen.
Die Lochung des Films muss in die Spirale geschoben werden und die kleinen Widerhaken müssen in die Lochung greifen. Das ist etwas fummelig und bedarf etwas Übung. Man hakt am besten erst unten ein und setzt dann das Oberteil auf.
Der Spule wird eingesetzt und etwas gedreht, bis sie einrastet.
Die Lichtfalle wird aufgeschraubt. Der Film ist jetzt lichtgeschützt.
Durch Drehen am dickeren unteren Ring, wird der Film bildweise in die Spule geschoben. Der Ring lässt sich immer nur ein kurzes Stück bewegen und muss dann wieder zurückgedreht werden, um das nächste Bild aus der Patrone zu holen. Wer gut zählen kann, kann mit der Jobo 2400 Filme mit 2 oder mehr ASA Einstellungen abschnittsweise belichten und entwickeln.
Ist der Film komplett aus der Patrone gezogen, lässt sich der Transport nicht mehr bewegen. Dann ist es an der Zeit, den Innentubus wieder im uhrzeigersinn komplett einzudrehen. Der Film wird dadurch kurz hinter dem Patronenmaul abgeschnitten und der Tubus selbst wird lichtdicht verschlossen. Der Kunststoffstopfen hebt sich und kann entnommen werden.
Raus mit dem Stopfen, um die Patrone zu entnehmen.
Durch etwas Rütteln fällt die Patrone von alleine heraus. Das Schnittbild am Film sieht schon sehr grob aus. Es gibt zwei Versionen der Jobo 2400. Diese hier mit gezackten Kunststoffschneider und eine neuere Version mit einem Stahlmesser.
Der Kunststoffstopfen wird wieder eingesetzt, der Deckel kommt drauf und schon kann es mit der Entwicklung losgehen.

Die Jobo 2400 entwickelt nur Kleinbildfilme und fasst 450ml Arbeitslösung. Sie beschleunigt die Entwicklung enorm und kann elegant mit auf Reisen genommen werden. Sie ist meine erste Wahl für Kleinbildfilme.

Leider gibt es die Jobo 2400 nur noch gebraucht. Wer also diesen Tageslichttank anschaffen will, muss die großen Auktions- oder Kleinanzeigenplattformen bemühen.

Das Öffnen der Dose nach der Entwicklung kann schwierig sein, doch es gibt einen Trick. Vor dem Öffnen, sollte die Dose vollständig mit Wasser gefüllt werden. Dadurch lässt sich die Dose leicht aufdrehen.

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