Braun Paxette

Die kleine Paxette ist wirklich klein und trotzdem eine Meßsucherkamera und das macht sie schon ein wenig einzigartig. Vielleicht nicht ganz so einzigartig und nicht ganz so Meßsucher wie es sein sollte, denn zeitgleich gab es die King Regula Cita, die bei gleicher Größe einen richtigen Meßsucher vorweisen konnte.

Meßsucher ungekuppelt

Bei der Paxette ist der Meßsucher nicht an das Objektiv gekuppelt, d.h. die Entfernungsmessung wird vom Meßsucher abgelesen und manuell auf das Objektiv übertragen. Dadurch wird das exakte Fokussieren nicht gerade beschleunigt und der winzige Meßfleck in dem ebenso winzigen Sucher macht die Angelegenheit nicht besser. In der Praxis sollte man sich daher ausreichend Zeit für das Scharfstellen nehmen und auf volle Meter messen.

Volle Meter

Eine sehr einfache Taktik, um mit einem ungekuppelten Meßsucher wie dem der Paxette auf den Punkt scharfzustellen, ist das Messen auf volle Meter. Dazu bestimmt man die Entfernung – bei der Paxette mit einem kleinen Drehrad auf dem Deckel der Kamera – liest den Wert ab und stellt dann den Meßsucher auf die nächste volle Meterangabe auf der Skala. Den gleichen Wert stellt man jetzt am Objektiv ein und geht vor oder zurück, um ein korrektes Mischbild im Sucher zu sehen. An diesem Punkt liegt dann die perfekte Schärfe. In der Theorie jedenfalls, denn der Sucher der Paxette ist so klein, dass scharfe Bilder bei Offenblende viel mehr Glücksfälle sind.

Ein paar Fakten

  • Prontor SVS Verschluss 1/1 bis 1/300 und B, deutsche Teilung
  • Staeble Kata 45mm 1:2.8, minimale Blende f16
  • ungekuppelter Meßsucher, Naheinstellgrenze 1m
  • manuell rückstellendes und herunterzählendes Bildzählwerk
  • Stativgewinde
  • Blitzsynchronisierung MXV

Das Handling

Viel einzustellen gibt es bei der Paxette nicht. Verschlusszeit, Blende und Fokussieren und schon ist das Bild im Kasten. Die Bedienelemente liegen einigermaßen griffgünstig verteilt und die Funktion ist minimalistisch reduziert. Man merkt sofort, dass die Kamera um den zugekauften Verschluss herumkonstruiert ist. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht wirklich ein Vorteil. Die Kamera liegt gut in der Hand und lässt sich sehr gut transportieren. Als Reisekamera mit kleiner Blende und Zonenfokus ist sie durchaus zu gebrauchen. Aber…

Das Objektiv

Das Staeble Kata 45mm 1:2.8 ist kein Highlight des Objektivbaus. Unter Blende 4 ist es allenfalls in der Bildmitte hinreichend scharf und bei f2.8 sucht man Schärfe im Bild vergeblich. Bei Blende 8 ist die Leistung ganz ordentlich aber überzeugend ist es bei keiner Blende. Vielleicht spricht da jetzt ein wenig das Verwöhntsein durch die viele guten Gläser von Leica, Canon, Konica und Voigtländer, doch das Staeble gehört nicht in die erste oder zweite Liga. Kreisklasse wäre wahrscheinlich angemessen. Die Gegenlichtempfindlichkeit hält sich allerdings angenehm in Grenzen.

Unter dem Strich

Die Paxette kann es mit der King Regula Cita nicht im Ansatz aufnehmen und das nicht nur wegen des ungekuppelten Meßsuchers, sondern als Gesamtpaket. Die Paxette ist etwas für die Sammlung oder als Dekoelement im Wohnbereich. Wer sich für die Meßsucherfotografie interessiert und einsteigen möchte, für den ist die Paxette absolut gar nicht geeignet. Wer schon eine veritable Sammlung, oder keine Erwartungen an die Paxette hat, der sollte natürlich zuschlagen. Günstig zu haben, sind die Paxetten auf jeden Fall.

Braun Paxette vs. Leica CL
Größenvergleich Paxette vs. Leica CL

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