Revue AUTO-Matic C Deluxe 2

Hinter dieser unfassbar kurzen Modellbezeichnung verbirgt sich nichts anderes, als die Konica EE Matic Deluxe F. Eine nicht viel weniger kurze Bezeichnung für eine einfache Automatic Kamera. Blende und Verschlusszeit wählt die Kamera ganz von alleine und ist damit eine schnelle Point-And-Shoot aus dem Jahr 1969. Ausgestattet ist die Deluxe 2 mit einem Meßsucher und einem Anschluss für Blitzwürfel und AG-1 Blitzlampen. Grund genug sich diese wenig bekannte Kamera genauer anzusehen.

Der Mix macht’s

Bei einer Kamera aus dem Jahr 1969 denkt man meistens an solides Metall und unverwüstliche Mechanik, zumal die Haptik der Revue Auto-Matic C Deluxe 2 suggeriert, man habe eine klassische Meßsucherkamera in der Hand. Die Deluxe 2 jedoch ist ein Mix aus Metall und sehr viel Plastik. Das gesamte Chassis und fast alle Antriebskomponenten des Filmtransports sind bei dieser Kamera aus Kunststoff hergestellt. Glücklicherweise hat sich Konica dabei für hochwertige Materialen entschieden, sodaß zumindest bei meinem Exemplar noch kein Verschleiß oder Ermüdung zu erkennen ist. Deckkappe und Bodendeckel sowie die Verschlußeinheit und deren Ansteuerung sind aus Metall. Selbst das Suchergehäuse ist aus Kunststoff.

Revue Auto-Matic C Deluxe 2
Revue Auto-Matic C Deluxe 2

Citizen

Im Gegensatz zu nahezu allen späteren Kameras dieser Art, verwendet die Revue Auto-Matic C Deluxe 2 keinen Trägheitsverschluss, bei dem Blende und Verschluss zusammengefasst sind, sondern Blende und Verschluss sind getrennt als eigene Baugruppen vorhanden. Blende und Verschlußzeit werden über eine Programmautomatik gesteuert und erlauben dem Citizen Verschluß stufenlose 1/30 bis 1/250 und Blende 2.8 bis 22. Die Automatik funktioniert dabei mechanisch und wird über die Position eines Galvanometers bestimmt. Dieses simple Prinzip findet man in einer ganzen Reihe von Kameras dieser Zeit.

Revue Auto-Matic C Deluxe 2
Revue Auto-Matic C Deluxe 2

Keine Ausnahmen

Unterbelichten ist mit der Revue Auto-Matic C Deluxe 2 nicht möglich. Eine Sperre verhindert das Betätigen des Auslösers bei zu wenig Licht. Das ist durchaus eine Einschränkung, wirkt aber auch als Auslösesperre in der Kameratasche. Wer dennoch auslösen möchte, der kann in den B Modus wechseln. Allerdings ist die Blende dann immer voll geöffnet.

Hexanon

Das Hexanon Objektiv in der Revue Auto-Matic C Deluxe 2 hat 42mm Brennweite, eine min. Blendenzahl von 2.8 und einen Fokusbereich von 0,9m bis Unendlich. Es ist ein sehr kompakter 4-Linser, das mit einer außergewöhnlichen Schärfe und einem ruhigen Bokeh verwöhnt. Auch der Kontrast ist sehr hoch, was zusammen mit der Abbildungsleistung sehr knackige Bilder erzeugt. Dieses Objektivdesign findet man bei vielen günstigen Meßsuchern dieser Zeit. Die Revue 700 EL ist so ein Beispiel

Revue Auto-Matic C Deluxe 2
Hexanon 42mm 1:2.8 Vierlinser

Messung

Mit einer CdS Zelle über der Frontlinse wird die Belichtung gemessen. Als Energiequelle dient eine PX625 oder V625U Batterie. Die Messung selbst ist für diese Bauart gut und liefert eine hinreichend genaue Basis für die Automatik.

Handling

Die Kamera liegt gut in der Hand und da man außer Fokus und Auslöser nichts weiter bedienen muß, ist das Handling vorbildlich. Wer aber jetzt gedacht hätte, das ganze Plastik würde die Kamera leicht machen, der irrt sich leider. Das Gewicht ist mit 522 Gramm (ohne die 2 AAA Batterien für die Blitzzündung) nicht gerade gering. Zum bequemen Filmeinlegen hat die Revue Auto-Matic C Deluxe 2 das Easyloading System der höherwertigen Konicas an Bord.

Revue Auto-Matic C Deluxe 2
Blitzwürfel und AG-1 Blitzbirnen

Blitzwürfel

Dreht man den Ring am Objektiv von Auto über B hinaus weiter, klappt ein Deckel an der Oberseite der Kamera auf und bleibt senkrecht stehen. Innen im Deckel ist ein Spiegel, der als Reflektor dient. Unter dem Deckel offenbart sich ein Anschluss für AG-1 Blitzbrinen (daher der Spiegel) und Blitzwürfel. Um diese Art von Lichtquellen zu zünden, hat die Revue Auto-Matic C Deluxe 2 ein Fach für 2 AAA Batterien an der Unterseite. Der Blitzwürfelanschluß rotiert in 90 Grad Schritten mit jedem Transportvorgang, sodass 4 Blitzaufnahme in Reihe gemacht werden können. Am Objektiv kann die Leitzahl der Blitzlampe eingestellt werden und damit wird dann auch die Blende entfernungsabhängig bewegt. Die Verschlusszeit liegt im Blitzmodus konstant bei 1/30.

Meßsucher

Er ist mit einer Vergrößerung von 0,6x zwar nicht besonders groß, aber dafür exzellent zu erkennen. Hohe Helligkeit und Kontrast sorgen für ein tolles Meßsuchererlebnis. Die Parallaxe wird allerdings nicht korrigiert; es sind nur Markierungen vorhanden. Die Revue Auto-Matic C Deluxe 2 verwendet hier typische Standardkomponenten aus dem Konica Baukasten.

Revue Auto-Matic C Deluxe 2
Sucher der Revue Auto-Matic C Deluxe 2

Viel Spaß für wenig Geld

Die Revue als auch das Original von Konica, kann man im Netz oder auf Flohmärkten gerne mal für deutlich unter 10 Euro ergattern. Der Gegenwert ist enorm, denn mit dem hervorragenden Objektiv lassen sich mit etwas Kreativität schöne Analoge Kostbarkeiten schöpfen.

Fakten

  • Citizen Automatik Verschluss^
  • Zeiten von 1/30 bis 1/250 und B
  • Blende 2.8 bis 22 stufenlos, automatisch
  • Anschluß für Blitzwürfel und AG-1 Blitzbirnen
  • AE Programmautomatik
  • Varta V625U für Belichtungsmessung
  • 2x AAA Batterien für Blitzzündung
  • Gekuppelter Mischbildentfernungsmesser 0,6x
  • Hexanon 1:2.8 Tessartyp Objektiv 0,9m bis Unendlich
  • Bildzählwerk bis 36 Bilder, selbstrückstellend
  • Easyloading
  • Stativgewinde
Spiegelselfie mit der Revue Auto-Matic C Deluxe 2

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