Konica Auto S2 – Die Rettung

Die Konica Auto S2 ist jetzt nicht die Rettung an und für sich, sondern hier geht es um die Rettung einer Konica Auto S2 der ersten Generation. Die erste Generation der S2 verfügt nicht über das Easy-Loading System, sondern kommt mit einer konventionellen Aufnahmespule aus. Dieses Exemplar war aber eine echte Herausforderung.

Auf der ständigen Suche nach Ersatzteilen, fiel mir eine Verkaufsanzeige aus England ins Auge. „Konica Auto S2 – for parts / repair“. Perfekt als Ersatzteilträger und inkl. Versand aus England billiger als ein Kinobesuch. Nach nur 2 Tagen war die Kamera auch schon da und wie auf den Bilder in der Anzeige, sah sie eigentlich noch sehr gut aus. Sehr schmutzig zwar, aber eine gute Basis.

Beim ersten Funktionstest wurde aber schnell klar: Hier braucht es mehr als eine Reparatur. Der gesamte Fronttubus dreht sich beim Verstellen der Verschlusszeit mit. Hilfe! Das ist gar nicht gut. Alles ist schwergängig und klingt irgendwie nicht gesund.

Bevor also Schlimmeres passiert, beschliesse ich die Kamera ersteinmal zu öffnen. Auf eine neue Batterie reagiert die Konica leider gar nicht. Also bekommt als Erstes das Batteriefach eine Revision. Korrosion hat die Kontakte mit einer netten grünen Schicht überzogen und diese Schicht will beseitigt werden. Kurze Zeit später schlägt die Nadel beim Batterietest aus. Hurra. Aber die Belichtungsmessung ist tot.

Da das Messen an den Kontakten kein Ergebnis bringt, entferne ich den Frontring um die vordere Linsengruppe. Aua. Einfach nur aua. Der Anblick tut weh. Die Verdrahtung ist herausgerissen, der Mitnehmer der CDS Maske ist abgekickt und der Lockpin, der den Fronttubus am drehen hindert ist nicht zu sehen. Das ist schon sehr übel.

Ich entferne den Sicherungsring und entnehme den Tubus. Aua Nummer 2. Der Lockpin steckt noch, aber abgeknickt und zur Seite gedrückt. Auf der Rückseite des Tubus hat er eine tiefe Furche gezogen. Eindeutig ein mißglückter Reparaturversuch. Wie kann man sowas nur einer unschuldigen Kamera antun?

Ab jetzt tut mir die Kamera leid und somit ist die Entscheidung gefallen, dass die Kamera nicht als Ersatzteilträger endet, sondern repariert wird.

Der Versuch den defekten Pin zu entfernen scheitert und das Anwenden von Gewalt würde nur Schaden anrichten. Also muss eine Kreativreparatur her. Nur wie stellt man eine Alternative zu diesem Pin her? Nach 2 Tagen Grübeln, Messen und Experimenten ist die Lösung da!

Grün: Der fehlende Pin; Rot: Die neue Sicherung.

Es gibt noch genau eine Stelle von wenigen Millimetern, die permanent frei von der Zeitenscheibe bleibt. Hier fräse ich eine Nut, verlege die neue Verdrahtung über einen Umweg und teile den Messingträger, um eine Nase zu biegen, die in der Nut sitzt. Der Träger ist wieder fest.

Als Nächstes stellt sich heraus, dass sich die Blende nicht bewegt. Daher kommt jetzt noch eine komplette Wartung der Einheit hinterher.

Auf gehts zur Restauration der Konica Auto S2

Es ist viel an Arbeit nötig, doch kaum ist die Kamera im Grundsatz wieder aufgebaut, verlötet und mit einer neuen Batterie bestückt wird es spannend…

Sie lebt!

Was für eine Erleichterung. Der Belichtungsmesser zeigt korrekte Werte, die Blendenautomatik funktioniert wieder, alles bewegt sich geschmeidig.

Es folgen die üblichen Restarbeiten, wie Kollimation der Optik, Justage des Meßsuchers, Reinigen aller Baugruppen, Ölen und Fetten der Mechanik, Funktionstest, Anbringen der Belederung und abschließende Reinigung.

Nach wenigen weiteren Stunden ist sie fertig:

Fertig. Die Konica Auto S2 nach der Restauration

Was für eine schöne und voll funktionsfähige Kamera. Das ist der Reiz beim Reparieren: Hoffnungslose Fälle.

Eine Moral hat die Geschichte natürlich auch: Lieber keine DIY Reparaturexperimente machen, wenn man sich seiner Sache nicht sicher ist. Obwohl: Am Ende freut sich immer jemand; im Zweifelsfall eben der, der die Freude hatte, diese schöne Kamera zu reparieren.

Eine neue Verdrahtung mit einigen Upgrades lässt nicht nur den Belichtungsmesser wieder arbeiten, sondern behebt auch Serienprobleme der S2, wie mögliche Kurzschlüsse durch mangelhafte Isolation offener Lötpunkte.

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