Konica Auto S3

Sie wird als gerne als Urvater der kompakten Meßsucherkameras gehandelt und sie ist zweifelsohne ein Highlight unter den kleinen Kameras mit Mischbildentfernungmesser. Der Urvater ist sie sicher nicht und das ist auch gar nicht das Entscheidende. Viel interessanter ist die Frage: Was macht die Konica Auto S3 eigentlich aus?

Die Fakten:

  • Hexanon Objektiv 38mm F1.8
  • kleinste Blende F16
  • Copal Verschluß 1/8 bis 1/500 und B
  • gekuppelter Meßsucher 0,9m bis Unendlich
  • Leuchtrahmen und Markierung für Parallaxenkorrektur
  • Blendenautomatik
  • Blitzautomatik mit Anzeige im Sucher
  • X-Sync über Mittenkontakt
  • Betrieb mit SR44 Batterien möglich

Das Objektiv ist lichtstark und bildet extrem scharf ab. Das Objektiv ist berühmt dafür und enttäuscht mit seiner Leistung selten. Nur für den Fall, dass das Licht ungünstig von der Seite auf die Linse fällt, verabschiedet sich der Kontrast relativ stark. Das ist aber nichts ungewöhnliches und gut zu handhaben, wenn man mit der Hand für weniger Seitenlicht sorgt. Die 38mm Brennweite erfassen eher einen Ausschnitt, der eher einem 40mm Objektiv entspricht. Das Auflösungsvermögen ist enorm und legt auf dem Papier die Meßlatte der Hexanon Objektive noch etwas höher, als bei den vielen lichtstarken Vorgängern. Die Vergütung ist excellent. Im direkten Vergleich mit der Konica Auto S2 sind aber keine signifikanten Unterschiede in Schärfe und Kontrast zu sehen. Auch die Konica IIIa lieferte schon herausragende Schärfe mit dem 45mm F2. Die Konica Auto S3 steht also in der Konica Tradition.

Die Konica Auto S3 teilt sich das Chassis mit der 1967 erschienen Konica C35. Diese Plattform war wegweisend und bis zum Ende der Produktion der Revue 400 SE 1981 im Einsatz. Während aber die Konica noch eine eher hochwertig gebaute Kamera war, wurde bei ihren Ankömmlingen an Material und Ausstattung gespart. Das Maximum an Wertigkeit erhält man also nur mit der Konica Auto S3.

Der Meßsucher ist mit seiner 0,6x Vergrößerung ziemlich klein, aber hervorragend erkennbar. Die Basis ist sehr klein und wie üblich bei dieser Kameraklasse ist exaktes Fokussieren nicht einfach. Dafür ist die Kamera klein, handlich und sehr leicht. Viel Aluminium wurde um das Zinkdruckguss-Chassis gebaut und sorgt so für ein Fliegengewicht.

Das Meßsuchererlebnis in OK, aber nicht weltbewegend. Die Vorgängering Auto S2 hat einen deutlich besseren Sucher.

Die Konica Auto S3 ist ein Blendenautomat, d.h. man kann nur die Verschlusszeit wählen und die Kamera stellt über die Automatik die Blende ein. Dafür verfügt die kleine Konica über eine Blitzautomatik für manuelle Blitze. Dabei schwenkt sich ein grüner Zeiger über die Blendenskala im Sucher und zeigt je nach gewählter Leitzahl und eingestellter Entfernung die Blende an und stellt diese natürlich auch ein. Jeder noch so simple Elektronenblitz kann dadurch für richtig belichtete Bilder verwendet werden.

Absolutes Highlight ist das Objektiv. Die Auslösung ist extrem hoch und die Kontraste sind sehr kräftig. Mit einem feinkörnigen Film, wie einem TMax 100 lassen sich nahezu “Digitalbilder” produzieren.

Die Konica Auto S3 ist empfindlich. Das weiche Aluminium verbiegt sehr schnell und die filigrane wie komplizierte Mechanik ist anfällig für Defekte. Ich würde die S3 daher heute eher in eine Vitrine stellen, die ich mit einer Konica Auto S2 zusammengenagelt hätte. Wenngleich stark übertrieben, ist es doch ein guter Vergleich der Robustheit. In der gleichen Größe ist auch die Revue 400 SE viel haltbarer und bringt eine vergleichbare Abbildungsleistung.

Kurz gesagt: Die Konica Auto S3 ist ein begehrenswertes Exponat für die Sammlung und weniger ein Streetshooter.

Die Konica Auto S3. Klein, leicht, lichtstark.

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