Messsucher der Siebziger – Leica M4

Das Topthema auf meinem Blog ist das Thema Messsucher der Siebziger. Da darf man die unangefochtene Königen aller Messucherkameras einfach nicht verschweigen. Nahezu zeitgleich zur Canonet QL Serie, war die Ära der Leica M4, um die es hier ein wenig geht. Es gibt zur Leica M Serie im Netz viel zu lesen, doch hier geht es wieder einmal um die Sicht des feingeistigen Handwerkers 😉

Wer eine Leica M noch nicht in den Händen hatte, dem kann ich nur raten, genau das einmal zu tun. Das gilt für jede Leica M. Was die Haptik verspricht, hält auch die gesamte Konstruktion und Mechanik im Inneren der Kamera. Dieses Niveau ist unerreicht und wenn man durch die Brille des Schraubers schaut, dann gibt es auch keine Leica Kopien.

Das, von dem oft gesagt wird, es sei eine Leica Kopie, wie die Zorkis oder FEDs sind sicherlich an das Leicaprinzip angelehnt, aber eine Kopie im Wortsinne sind sie eigentlich nicht.

Diese Einmaligkeit spiegelt sich auch in der Wartung der Kamera wieder. Es muss zwar teilweise viel demontiert werden, um an ein Bauteil zu kommen, aber dafür sind alle Komponenten einer herrlichen Logik folgend gruppiert und entsprechend zu warten.

CLA bei der M4

In dieser Epoche gab es noch eine große Auswahl an Meßsucherkameras. Das Meßsuchererlebnis ist aber bei keiner Kamera so außergewöhnlich gut, wie bei der M. Ob man das aber für ein schönes Foto braucht, sei dahingestellt. Aber das gilt ja bekanntermassen für alle möglichen Features bei Kameras. Zum Schluß reden wir nur noch über Blende, Verschlusszeit und Fokus. Das kann man auf viele Weisen erreichen.

Während die Kompakten der 70’s allesamt mit Belichtungsmessern ausgestattet sind, verzichtet die Leica M4 noch komplett auf dieses Hexenwerk. Stattdessen hätte man sich das Leicameter MR auf die Kamera setzen können. Der Ästhet unter den M Fotografen wird aber sicherlich seine wunderschöne M nicht mit dem Leicameter verschandeln.

ein schöner Rücken…

Alternativ übt man sich mit der M4 in der Sunny 16 Regel, was zugegebenermaßen perfekt funktioniert und eigentlich jeder Fotograf beherrschen sollte, oder man steckt sich einen Gossen Digisix in die Tasche. Zur Not tut es auch mal eine Smartphone App.

Es ist schon ein Genuss, dass Verschlusszeitenrad zu drehen. Dieses spezielle Feeling gibt es auch nur bei der M. Wenn man sich die Mechanik dahinter anschaut, kommt man um ein zufriedenes Grinsen nicht herum. Schön und fast perfekt. Wobei: Die M3 ist noch eine Spur geschmeidiger als die M4.

Die Kamera liegt perfekt in der Hand und reduziert sich aufs angenehmste auf das Essenzielle. Die pure Fotografie.

Nicht alles an der M ist jetzt wirklich so perfekt, wie es scheint. Wenn man wie ich seinen Lieblingsfilm selbst konfektioniert und damit den Filmanfang selber schneiden muss, kann das Filmeinlegen in den Dreizack ziemlich nervig werden. Schneidet man zu knapp, drückt sich der Anfang nach der ersten Umdrehung der Spule aus dem Dreizack. Schneidet man zu viel, wird der Film gar nicht mitgenommen. Filme von der Stange funktionieren aber ganz hervorragend. Das System ist also aus meiner Sicht nicht so wirklich ausgereift.

Perfekt erhalten – Besser kann eine M kaum gepflegt sein.

Die Leica M4 ist also ein würdiges Upgrade von jeder 70’s Rangefinder Kamera und fügt sich natürlich perfekt in ein bestehendes digitales M System ein. Das Gewicht ohne Objektiv entspricht ca. einer Canonet GIII und eignet sich mit ihren kompakten Abmessungen auch sehr gut als Analoger Spaßmacher in der Fototasche.

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