Minolta Hi-Matic 7s II – Mini Review 2019

Eigentlich wäre ein Review der Hi-Matic 7s II nicht unbedingt nötig, ist sie doch nur eine Schwester der Revue 400 SE und ein Abkömmling der Konica Auto S3. Doch die Hi-Matic 7s II hat einen gravierenden Unterschied zur Revue, oder genauer gesagt: Zwei gravierende Unterschiede.

Was für die Revue 400 SE gilt, trifft auch auf die Minolta zu, wäre da nicht das Konzept der Hi-Matic 7s II. Sie kann die voll manuelle Steuerung über Blende und Verschlusszeit und sie kann Doppelbelichtungen, bzw. Mehrfachbelichtungen.

Durch diese Features eignet sich die Minolta für erfahrene Fotografen, die das Bild sehr bewusst selbst gestalten wollen. Vorallem die kreative Blitzfotografie macht mit der Himatic viel Freude. Mit einem Automatik Blitz mit Schwenkreflektor oder Funkauslösern, läßt sich das volle Potential ausschöpfen. Wer also ernsthaft analog blitzen will, für den ist die Hi-Matic eine bessere Wahl, als die Revue und andere Halbautomaten.

Nicht nur das Blitzen, sondern auch das zielgerichtete Belichten ist die Stärke eines manuellen Modus.

Die technischen Daten unterscheiden sich nicht wesentlich von den Schwestern:

Fakten

  • Verschlusszeit 1/8 bis 1/500 und B
  • Zentralverschluss
  • X-Sync über Mittenkontakt bei allen Verschlusszeiten
  • Blende 1,7 bis 16
  • Manuelle Blende in ganzen Stufen
  • Automatische Blende in 1/3 Stufen
  • Mehrfachbelichtung
  • Objektivbrennweite 40mm
  • Minimale Fokusdistanz 0,9m
  • Meßsucher mit festem Leuchtrahmen
  • Blendenautomatik mit Vorwahl der Verschlußzeit

Größe und Gewicht entspricht der Revue 400 SE und die 445 Gramm können in jeder Tasche getragen werden.

Features

Der Meßsucher ist klein, aber recht gut erkennbar, wenn er sauber ist. Das Handling ist gut; sie ist perfekt als kleine Allzweckkamera.

Das Objektiv ist das Highlight der Kamera. An Schärfe mangelt es der Linse wirklich nicht. Auch hier verweise ich gerne auf den Review der Revue 400 SE, da beide Kameras das exakt gleiche Objektiv verwenden.

Die Mehrfachbelichtung der Minolta Hi-Matic 7s II funktioniert sehr einfach: Man drückt den Entsperrknopf an der Unterseite, als wollte man den Film zurückspulen, betätigt aber nun den Filmtransport. Anstatt den Film zu transportieren, wird jetzt nur der Verschluss gespannt. Der Entsperrknopf springt wieder heraus und das Spiel kann von Vorne losgehen. Leider ist dieser Mechanismus nur ein sehr pragmatischer Zusatz zur normalen Doppelbelichtungssperre und darf nicht auch nur einen Millimeter verzogen sein, sonst kommt es dazu, dass der Verschluss blockiert und im schlimmsten Fall bleibt der Verschluss offen und schließt nicht wieder.

Revue oder Minolta? Die Frage kommt sehr oft. Für die meisten Analog- oder Meßsuchereinsteiger reicht die Revue. Die Minolta zielt mehr auf den fortgeschrittenen Fotografen, der den Modus M zu schätzen weiss.

Hi-Matic 7s II oder Canonet G-III? Auch die Frage kommt sehr oft. Die Antwort ist einfach: Auf jeden Fall die G-III, da der Meßsucher der Canon erheblich besser erkennbar und größer ist.

Die silberne Minolta Hi-Matic 7 s II eignet sich hervorragend für Custom Umbauten.

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