Leica III – Eine Schraubleica

Der Begriff Schraubleica drückt nichts anderes aus, als das Objektive mit einem M39 Schraubgewinde an der Leica Kamera befestigt werden. Bis zum Erscheinen der Leica M3 im Jahr 1954, war dieses System der Standard bei den Kameras aus Wetzlar. Um die Leica II und III aber richtig zu verstehen, müssen wir eine kleine Zeitreise in die 1930er Jahre (so ungefähr) unternehmen und uns vor Augen führen, wie damals fotografiert wurde.

Damals

Als Erbstück von unserer Großmutter, steht eine Voigtländer Bessa aus dem Jahr 1938 bei uns an einem dekorativen Platz. Damals waren diese Kameras der fotografische Normalfall. Sie waren einigermaßen erschwinglich, waren aber eigentlich nichts weiter, als in Form gepresstes Blech. Dazu ein Zentralverschluß mit bis zu 1/250 als kürzeste Verschlusszeit und ein simples Anastigmat Objektiv mit 11cm Brennweite. Mit einer Offenblende von 1:4,5 war das kein Nachtsichtgerät. Filme waren bei weitem nicht so empfindlich wie heute. Ein ASA-Äquivalent von 12 war da normal. Daher brauchte man auch schnelle Verschlusszeiten nicht unbedingt. Fokussieren konnte man nur durch schätzen, aber da die 6×9 Negative im Kontaktverfahren auf das Positiv übertragen wurden, reichte die geratene Entfernung meistens irgendwie aus. Den Bildern von damals sieht man das aber auch an.

Fokussiert

Jedenfalls war das der fotografische Alltag zu jener Zeit, als die Leica II/III erschien. Die Leica I war noch ein Konstrukt, bei dem kein gekuppelter Meßsucher eingebaut war, doch mit der Leica II und ihrer Detailweiterentwicklung Leica III änderte sich das. Nicht nur, dass die Leica als Kleinbildkamera deutlich kleiner als die gängigen Mittelformatkameras war, sie konnte auch noch auf den Punkt fokussieren. Endlich konnte man eine taschenfreundliche Kamera überall mit hinnehmen und damit richtig fotografisch gestalten.

Leica IIIc/IIIf
Leica IIIc Umbau auf Leica IIIf

Ökosystem

Im Hause Leitz hatte man das Potential dieses Konzeptes erkannt und wußte auch: Wenn man das Kleinbildformat benutzt – und somit Kontaktabzüge keinen Sinn mehr machen – dann muss ein komplettes System aus lichtstarken Optiken und Vergrößerungsgeräten geschaffen werden. Und genau das taten sie auch und schufen das komplette Ökosystem der Kleinbildfotografie, in dessen Zentrum die Schraubleica saß.

Innovation

Zu dieser Zeit gab es kein innovativeres Fotoprodukt und damit konzentriere ich mich jetzt auf die Leica III (ab Modell A), die 1935 erschien (3 Jahre vor Omas Voigtländer). Eine Verschlusszeit von bis 1/1000 Sekunde war außergewöhnlich und ermöglichte bei den damaligen Filmenpfindlichkeiten das Nutzen der lichtstarken Objektive auch bei Offenblende. Der Filmtransport rastet automatisch beim nächsten Bild und verhindert Doppelbelichtungen. Lichtstarke und optisch kompliziert gerechnete Objektive sorgen für überragende Bildqualität und mit dem eingebauten und gekuppelten Meßsucher hat man blitzschnell den Fokus auf den Punkt getroffen. Die Kamera ist dazu so klein und handlich, dass die mit einem Versenkobjektiv schnell in jeder Tasche verschwindet und ebenso schnell wieder einsatzbereit ist.

Leica IIIc/IIIf
Leica IIIf mit Summitar 50mm 1:2.0

Leica IIIc

Die Leica IIIc hier im Beitrag stammt aus dem Jahr 1950 und wurde von Leitz im Jahr 1955 von der IIIc in eine IIIf umgebaut. Diesen Service konnte man damals buchen und so mit der Zeit gehen. Diese Idee ist einfach faszinierend: Man kauft eine Kamera und ein paar Jahre später lässt man einfach die Bitzsynchronisation und ein Vorlaufwerk nachrüsten. Schon ist die Kamera auf dem Stand der (damaligen) Technik. Jedenfalls sprechen wir im Folgenden von einer Leica IIIf.

Leica IIIf

Die kleine und recht leichte Leica IIIf liegt wirklich gut in der Hand. Die Formensprache macht sie zu einer ästhetischen Kamera, die eben nicht nur für schöne Bilder gut ist. Die Bedienung ist verglichen mit einer M3 oder späteren Entwicklungen eigentlich ziemlich umständlich. Filmtransport und Verschlussspannen läuft über einen Drehknopf, den man so weit dreht, bis die Sperre einrastet. Erst jetzt ist die Kamera bereit für das Einstellen der Verschlusszeit – auf keinen Fall darf man die Verschlusszeit einstellen, wenn der Verschluss nicht aufgezogen ist! Zum Einstellen, zieht man den Zeitenring nach oben und dreht ihn auf die gewünschte Zeit. Wenn es unter 1/30 Sekunde sein soll, muss man das zweite Einstellrad an der Vorderseite verwenden.

Leica IIIc/IIIf
Leica IIIf Rückseite

Gesucht, Gemessen, Gefunden

Der Meßsucher ist nicht in den Sucher integriert, wie wir es von der Leica M3 kennen. Es gibt 2 Suchereinblicke an der Rückseite: Rechts der Sucher für das Motiv, links (außen) der Meßsucher zum Scharfstellen. Man muß also das Auge leicht versetzen, um zu suchen oder zu messen. Die beiden Suchereinblicke sind recht klein und noch weit von dem legendären Niveau des Leica M Suchers entfernt. Aber ohne Probleme benutzbar, auch wenn es für das Meßsuchererlebnis keine hohe Wertung gibt.

Anwenden

Wie mit allen Dingen im Leben, muss man sich an die Schraubleica erst gewöhnen, sofern man den Umgang damit nicht geübt ist. Aus der Sicht der 1930er Jahre ist das vielleicht sogar einfacher gewesen, denn die Leica III löst mehr Probleme, als sie aus heutiger Sicht für einen Meßsuchereinsteiger schafft. Mit etwas Übung geht die Bedienung der Kamera so in Fleisch und Blut über, dass man sie genauso schnell einsetzen kann, wie andere Kameras auch. Das Versetzen des Auges stört eigentlich gar nicht und mit etwas Gefühl für den Bildwinkel einer klassischen 50mm Brennweite, reicht es auch, wenn man nur durch den Meßsucher schaut und dann auslöst. Die Leica III läuft extrem geschmeidig. Der Aufzug geht leicht, der Auslöser ganz sanft und der Verschluss ist relativ leise. Einzig die Position des Auslösers neben dem dominanten Aufzugknopf ist etwas unglücklich gelöst. Es ist in Summe ein Erlebnis mit einer Schraubleica zu fotografieren.

Leica IIIc/IIIf
Ohne Objektiv

Möglichkeiten

Mit der LEICA IIIf hat man alle Möglichkeiten, sich fotografisch zu verwirklichen und dabei mit leichten Gepäck zu reisen. Dazu tragen die herausragenden Objektive aus dem Leica System bei. Ein Klassiker und eine auch heute noch empfehlenswerte Linse ist das 50mm Summitar 1:2. Es ist der Vorläufer des Summicron und steht für scharfe und kontrastreiche Bilder. Heutzutage ist ein perfektes Exemplar relativ schwer zu finden, doch es ist quasi die Pflicht für eine Leica III. Dank des reichhaltigen Zubehörs aus dem Leica-Ökosystem oder von 3. Anbietern, konnte man mit der Leica III und dem passenden Kilfitt oder Visoflex auch z.Bsp. extreme Markoaufnahmen machen. Viele dieser Leicas fanden daher den Weg in Wissenschaft zur Dokumentation kleinster oder weit entfernter Dinge.

LEICA IIIf heute

Ich persönlich würde die Leica II bis III nicht unbedingt als erste Wahl für die Meßsucherfotografie empfehlen, da es durchaus Kameras gibt, mit denen das Handling doch einfacher ist. Dennoch ist die Leica III eine inspirierende Kamera, die zusammen mit einer alten Leica-Linse ganz besondere Schwarzweiss Fotografien erzeugen kann. Wer sich mit dem Gedanken trägt eine Leica II oder III anzuschaffen, der sollte ein paar Sachen bedenken.

Leica IIIc/IIIf
Leica IIIf – Die aufgeschraubte Synchronscala verrät den Umbau aus einer IIIc

Vorkriegsleicas

Kameras, die vor dem 2. Weltkrieg hergestellt wurden, mussten diese unsägliche Zeit überstehen und sind heute meist über 80 Jahre alt. Diese lange Zeit kann Spuren hinterlassen, die kein CLA der Welt einfach so beseitigen kann. Vor allem den Verschlußtüchern sollte Beachtung geschenkt werden. Es gab mehrere Varianten, die Leitz eingesetzt hat. Die haltbarste Variante (aus meiner Werkstatterfahrung) ist das etwas gröber gewebte Material, wo die Stöße vernäht wurde und nicht in einem Metallfalz klemmen. Der glattere Stoff und die Versionen mit dem Metallfalz werden schneller brüchig. Oftmals überleben diese ggf. stark gealterten Tücher keine Wartung, ohne zu reißen. Daher sollte man sich keine Leica III zulegen, bei der die Tücher nicht makellos sind.

Ebenfalls zu begutachten ist immer der Zustand der optischen Elemente im Sucher und der Zustand der gesamten Mechanik. Wenn die langen Zeiten etwas stottern, ist das nicht schlimm, aber offenstehende Verschlüsse oder immer gleiche Zeiten und eine schwergängige Mechanik, zeugen von einem Wartungsstau, der sich nur durch eine vollständige Restauration nachhaltig beseitigen lässt.

Nachkriegsleicas

Wer mit der Schraubleica auch wirklich fotografieren will, der sollte nach einem Modell suchen, was nach dem Krieg produziert wurde. Diese Kameras sind in der Regel deutlich besser erhalten und teilweise sogar im unrestaurierten Zustand noch voll benutzbar. Außerdem sind in diese Kameras ab 1947 zahlreiche Verbesserungen eingeflossen, die sie Praxistauglicher machen, als ihre Vorgänger. Die Blitzsynchronisation ist so ein Punkt. Eine gute Alternative ist auch die FED 1, eine Leica II Kopie aus der ehemaligen Sowjetunion.

Leica IIIc/IIIf
Kompakte Kamera mit versenktem Summitar

Leica IIIc / IIIf Umbau – Fakten

  • Tuchschlitzverschluß, horizontal ablaufend
  • 1/1 bis 1/1000 und B, T
  • Vorlaufwerk ca. 10 Sek.
  • Gekuppelter Mischbildentfernungsmesser ca. 1,5x Vergrößerung (je nach Dioptrienausgleich)
  • Rahmenhilfe für 50mm (ohne Parallaxenausgleich)
  • manuelles Bildzählwerk (0 bis 39)
  • Blitzsynchronbuchse
  • Einstellbarerer Synchronzeitpunkt
  • Zubehörschuh
  • M39 Objektivanschluß
  • Stativgewinde

Bedienungsanleitung kompakt

Da die Leica III sich insbesondere für den Neueinsteiger etwas anders bedienen lässt, als man es von moderneren Kameras gewohnt ist, kommt hier eine kompakte Anleitung.

BedienungBeschreibung
FilmeinlegenDer Filmanfang muss zuerst weiter angeschnitten werden, als üblich. Am besten ca. 4 Finger breit. Das liegt daran, dass der Film sonst mit der Perforation nur schwer über die Strachelwalze zu fädeln ist, oder beim Einschieben am Verschlußausschnitt hängen bleibt. Der Anfang wird mit der Emulsionsseite nach oben in die Spule geklemmt. Die Emulsionsseite muss den Pfeil in der Spule sichtbar machen. Dann werden Patrone und Spule sanft und ohne Gewalt in die Kamera gedrückt. Bei Aufziehen muss sich der Rückspulknopf mitdrehen!
Der Bildzähler wird nach dem Einlegen des Film aus 0 gedreht (gegen den Uhrzeigersinn)
FilmmwerkscheibeDurch Anheben und Drehen wird die Merkscheibe im Aufzugknopf verstellt. Sie reicht aber nur bis ASA 125.
Verschlusszeit einstellenAls erstes wird der Verschluss über den Aufzugknopf aufgezogen. Erst dann wird die Zeit eingestellt, in dem der Einstellknopf angehoben und auf die gewünschte Zeit gedreht wird. Danach lässt man den Knopf zurück in seine Rastposition gleiten. Für Zeiten keiner gleich 1/30 Sek. dreht man die Zeit auf “30-1” und stellt die gewünschte Zeit durch drehen des vorderen, kleinen Einstellrades ein. Bei der Markierung 30 rastet das vordere Rad ein, d.h. zum Einstellen muss der kleine Knopf auf der 12 Uhr Position entriegelt werden.
Film entnehmenAm Filmende wird der Freigabehebel vor dem Auslöser von A auf R gedreht. Unabhängig vom aktuellen Betriebszustand der Kamera wird jetzt der Verschluss geschlossen. Durch herausziehen des Rückspulknopfes dreht man den Film zurück in die Patrone. Sobald der Widerstand hör- und fühlbar nachlässt, kann man mit dem Kurbeln aufhören. Der Film ragt jetzt noch aus der Patrone und erleichtert somit das Weiterverarbeiten.
Leica IIIc/IIIf

Durch diese Prägung (Pfeil) muss die Emulsionsseite des Films sichtbar sein.

Leica III

Filmanschnitt für die Leica II/III

Leica III

Ohne viel Kraft hineingleiten lassen und Patrone und Spule festdrücken. Danach am besten leicht am Aufzug drehen, um zu prüfen, ob die Spule den Film zieht.

Vorsicht Gebrauchtkauf

Leicas sind beliebt und eine Schraubleica ist sehr gerne der Einsteig in die Leica Welt. Das wissen natürlich Verkäufer auf Onlineplattformen auch und bieten viele angeblich voll funktionsfähige Kameras an. Leider liegen Verkaufsbeschreibung und Wirklichkeit ganz weit auseinander. Ich bekomme viele dieser Kameras nach ihrem Kauf in die Werkstatt, weil sie eben nicht voll funktionsfähig sind. Ein seriöser Verkäufer, der sich mit den Kameras auskennt, beschreibt immer die typischen Punkte der Leica II/III:

  • Zustand beider Verschlußtücher
  • Verhalten des Langzeitwerks
    • Funktionieren alle(!) langen Zeiten?
    • Bleibt der Verschluss bei T offen?
  • Funktion der R Stellung
  • Erkennbarkeit und Justage des Suchersystems
  • Geschmeidigkeit der Kamera
  • Funktion des Vorlaufwerks

Zum Thema Kauf hält der Artikel: Alte Leica kaufen – was beachten ? noch mehr Informationen bereit.

Genau hinsehen

Ein angeblich professioneller Fotohändler, der in seiner Verkaufsbeschreibung über diese Punkte nichts schreibt, oder sogar etwas wie “ungeprüft” dazusetzt, der will meist etwas verschweigen. Bei privaten Verkäufern ist das natürlich nicht anders. Wer weiß, was er verkauft, sollte in der Lage sein, in wenigen verständlichen Sätzen den Zustand zu beschreiben.

Man sollte daher schon genau auf die Fotos achten. Wenn die Schlitze der Schrauben abgenutzt erscheinen, wurde die Kamera bereits geöffnet. Oftmals musste die Kamera dann laienhafte Reparaturversuche erleiden und ob das am Ende noch wirtschaftlich reparabel ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Grundsätzlich aber: Der Verkäufer muss Bilder präsentieren, auf dem man beide (!) Verschlußtücher gut erkennen kann.

Im Zweifelsfall hilft es immer lieber etwas mehr auszugeben und im renommierten Fachhandel zu kaufen.

Matz
Spiegelselfie. Blende 2, 1/40 FP4+ 250 ASA. Der Scan ist mit dem Reflecta X7 erstellt und daher nicht ansatzweise so scharf, wie das Negativ.

In der Praxis

Ein wundervoller Beitrag, was man mit einer Leica III in der Praxis anstellen kann, findet sich auf der Meßsucherwelt.

17 Comments

  1. Hallo 🙋🏻‍♂️
    In welche Richtung muß man bei der Leica IIIc die Schrauben drehen, damit der Verschluss schneller wird?
    Grüße, Hartmut

    • Hallo Hartmut,
      die Justierschrauben für die Rollovorspannung sind nicht für die Justage der Verschlussgeschwindigkeit gedacht. Die Rollos werden nur soweit vorgespannt, dass sie den Vorhang schnellstmöglich heranziehen, ohne zuviel Zugspannung zu erzeugen. Zu hohe Zuglast lässt das Tuch reißen.
      Wenn die Verschlusszeiten zu langsam laufen, muß zwingend die Mechanik im Ganzen gewartet werden. Eine gründliche Reinigung aller bewegten Teile im Verschluss ist da erforderlich. Außerdem dreht man nicht einfach an der Schraube, sondern löst vorher die Konterung. Der Verschluss ist für eine Laienreparatur nicht geeignet und besonders das Verändern der Rollospannung führt am Ende fast immer zum kapitalen Verschlussdefekt.
      Gruß, Matz

  2. Es gibt für das Smartphone eine App die ‘Shutterspeed’ von Lukas Fritz heißt. Dabei wird das Verschlussgeräusch der Kamera mit dem Smartphone aufgezeichnet und graphisch dargestellt. Das Schließen der beiden Vorhänge ist durch zwei Peaks in der Grafik erkennbar. Der Abstand dieser Peaks entspricht dann der Verschlusszeit. Ist keine sehr genaue Methode und ersetzt kein Profimessgerät.
    Aber nach einiger Übung funktioniert das für Zeiten bis 1/60s ganz gut.

    • Die App habe ich auch und kann die auch nur wärmstens empfehlen. Eigentlich ersetzt die sogar ganz gut ein Profigerät. Leica hat seine Verschlüsse früher mit einem Trommeltester justiert. Da rotiert eine Trommel mit 33 Schlitzen um eine Lichtquelle. Der Verschluss wurde dann anhand des beobachteten Streifenmusters justiert. In der Werkstatt haben wir einen Professionellen Kameratester aus den 1990er Jahren, der mit einem Sensor im Filmfach mißt. Der hat aber auch nur eine Genauigkeit von <= +/- 10%. Das Ding ist aber so groß wie ein Reisekoffer. Der kleine und moderne Phochron XA ermittelt die gleichen Werte, wie der Kyoritsu EF511 und passt in eine Hosentasche. Die Methode mit Shutterspeed und Fototransistor liefert bei Zentralverschlüssen und wenn man den Sensor exakt mittig im Strahlengang positioniert, die gleichen Werte wie die Profigeräte. Wenn man die App und die Ausgabekurve verstanden hat, kann man damit sogar Vorhangsgeschwindigkeiten bei Schlitzverschlüssen justieren (einfach nur die Zeit der Flanken messen und vergleichen). Ich habe mir für die Fotozelle im 3D Druck einen Einsatz fürs Filmfach hergestellt. Damit macht man entspannt durchaus gute Messungen. Gruss, Matz

  3. Matz, ich weiß jetzt gar nicht, was ich schreiben soll. Ich hab die Kappe eben abgemacht und Deine Anleitung befolgt. Ergebnis: Die Leica funktioniert !!! 😀 Das hat keine 2 Minuten gedauert :O
    Ein RIESEN Dankeschön an Dich!
    LG, Frido

    • Das freut mich. Allerdings müsste man jetzt eine Feinabstimmung der Zeiten machen (dafür ist dieser Justagepunkt eigentlich gedacht), d.h. nur weil die Kamera jetzt die Zeiten, B und T ablaufen lässt, müssen die langen Zeiten nicht wirklich stimmen. Aber dazu braucht man einen Verschlusstester. Aber: Die kurzen Zeiten sind ja gar nicht von dieser Einstellung betroffen. Wenn Du mit einem modernen SW Film unterwegs bist, dann wirst Du wahrscheinlich eher selten exakte Langzeiten brauchen 😉

      Gruss, Matz

      • es kann schon vorkommen, daß ich die Zeiten brauche, aber vom Gefühl her scheinen sie zu stimmen. Ich teste die Kamera mit Film und wenn die Zeiten nicht passen sollten, dann gebe ich die Kamera in Deine Hände.
        Und noch einmal ganz vielen lieben Dank für Deine tolle Hilfe!!!
        LG, Frido

  4. Hallo Matz,
    bei meiner Leica IIIc sind alle Langzeiten wie B. Die Kamera war gerade in Reparatur, aber mir wurde gesagt, daß alles verschlissen und deswegen nichts mehr zu machen ist. Stimmt das so?
    LG, Frido

    • Hallo Frido,

      ich kenne Deine Kamera nicht, daher kann ich Dir nicht sagen, ob das stimmt. Wenn die Kamera alle Zeiten <= 1/30 als "scheinbar" B ablaufen lässt, gibt es 2 klassische Dinge, die man tun muss. 1) Eine gründliche Reinigung der Trommelmechanik (oben und unten), 2) Prüfung und Justage des Wahlrades für die langen Zeiten. Zu 99% hat man dann eigentlich das Problem beseitigt 😉 Gruss, Matz

      • Danke für Deine Antwort!
        Die Kamera ist optisch top und funktioniert auf den schnellen Zeiten wie nix. Die Werkstatt hat einen CLA gemacht, daher müßte alles sauber sein. Gibt es etwas, was ich selber machen könnte?
        LG, Frido

        • naja, nach einem echten CLA sollte die Kameramechanik schön sauber und geschmeidig sein. Wenn Du gutes Werkzeug hast, kannst Du mal die winzige Madenschraube an der Riffelkappe des Langzeitstellers lösen und die Kappe gegen den Uhrzeigersinn abschrauben. Darunter ist ein große Schlitzschraube. Diese löst Du eine halbe Umdrehung, stellst die Zeit T ein, und bewegst dann den äußeren Ring mit den 3 Nuten so, dass die Kamera auch exakt T ausführt (sie darf nicht schon bei 1 Sek. oder irgendwo anders den T Modus schalten). Dann ziehst Du die Schraube wieder an und drehst auf 1/30 und testest.
          Oftmals kommt das Verhalten “B” daher, dass die Übertragungsachse durch eine Fehlstellung des Exzenters hinter der Kappe zu weit ins Kameragehäuse gedrückt wird.
          Gruss, Matz

          • Hallo Matz,

            bei meiner IIIc habe ich den Tip probiert, aber alle langen Zeiten sind immer noch wie B. Was kann ich da tun?

            VG, Leon

            • Hallo Leon,
              die häufigste Ursache für lange Zeiten, die wie B wirken, ist Verschmutzung in der Mechanik. Als erstes muss die Kamera einmal grundgereinigt und neu geschmiert werden. Der Tip mit dem Zeitenrad ist nicht allgemeingültig.
              Du kannst da nicht viel selbst machen, es sei denn Du traust Dir einen CLA zu.

              Gruss, Matz

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